Wortlaut des amtlichen Textes

Kommentar

ergänzter und verbesserter Text

Unfertiges

Deutsche

Rechtschreibung 

 

DIE NEUE Deutsche Rechtschreibung

nach der Rechtschreibreform

 

Regeln

und

Wörterverzeichnis

Amtliche Regelung

Inhalt

 

Regeln und Wörterverzeichnis,

Amtliche Regelung; kommentiert und gemäß den Regeln ergänzt und verbessert von Martin Beesk,

http://www.orthografie.de
http://www.martin-beesk.de
(E-Mail: 
beeskm@gmx.de )

 

 

 

 

 

·                   Vorwort 7

 

·  Vorwort 7

 

·                   1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung 7

 

·  1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung 7

 

·                   2 Grundlagen der deutschen Rechtschreibung 7

 

·  2 Grundlagen der deutschen Rechtschreibung 7

 

·                   2.1 Die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung 7

 

·  2.1 Die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung 7

 

·                   2.2 Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung 8

 

·  2.2 Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung 8

 

·                   3 Regelteil und Wörterverzeichnis 9

 

·  3 Regelteil und Wörterverzeichnis 9

 

·                   3.1 Zum Aufbau des Regelteils 10

 

·  3.1 Zum Aufbau des Regelteils 10

 

·                   3.2 Zum Aufbau des Wörterverzeichnisses 11

 

·  3.2 Zum Aufbau des Wörterverzeichnisses 11

 

·                   Teil I: Regeln 13

 

·  Teil I: Regeln 13

 

·                   A Laut-Buchstaben-Zuordnungen 15

 

·  A Laut-Buchstaben-Zuordnungen 15

 

·                   0 Vorbemerkungen 15

 

·  0 Vorbemerkungen 15

 

·                   1 Vokale 16

 

·  1 Vokale 16

 

·                   1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 16

 

·  1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 16

 

·                   1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale 17

 

·  1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale 17

 

·                   1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale 20

 

·  1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale 20

 

·                   1.4 Umlautschreibung bei [E] 22

 

·  1.4 Umlautschreibung bei [ε] 22

 

·                   1.5 Umlautschreibung bei [OY] 23

 

·  1.5 Umlautschreibung bei [Y] 23

 

·                   1.6 Ausnahmen beim Diphthong [aI] 23

 

·  1.6 Ausnahmen beim Diphthong [aI] 23

 

·                   1.7 Besonderheiten beim e 24

 

·  1.7 Besonderheiten beim e 24

 

·                   1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 24

 

·  1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 24

 

·                   2 Konsonanten 26

 

·  2 Konsonanten 26

 

·                   2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 26

 

·  2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 26

 

·                   2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang ig 27

 

·  2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang ig 27

 

·                   2.3 Besonderheiten bei [s] 28

 

·  2.3 Besonderheiten bei [s] 28

 

·                   2.4 Besonderheiten bei [S] 28

 

·  2.4 Besonderheiten bei [S] 28

 

·                   2.5 Besonderheiten bei [] 29

 

·  2.5 Besonderheiten bei [ŋ] 29

 

·                   2.6 Besonderheiten bei [f] und [v] 29

 

·  2.6 Besonderheiten bei [f] und [v] 29

 

·                   2.7 Besonderheiten bei [ks] 29

 

·  2.7 Besonderheiten bei [ks] 29

 

·                   2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 30

 

·  2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 30

 

·                   B Getrennt- und Zusammenschreibung 33

 

·  B Getrennt- und Zusammenschreibung 33

 

·                   0 Vorbemerkungen 33

 

·  0 Vorbemerkungen 33

 

·                   1 Verb 33

 

·  1 Verb 33

 

·                   2 Adjektiv und Partizip 37

 

·  2 Adjektiv und Partizip 37

 

·                   3 Substantiv 40

 

·  3 Substantiv 40

 

·                   4 Andere Wortarten 41

 

·  4 Andere Wortarten 41

 

·                   C Schreibung mit Bindestrich 45

 

·  C Schreibung mit Bindestrich 45

 

·                   0 Vorbemerkungen 45

 

·  0 Vorbemerkungen 45

 

·                   1 Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile enthalten 45

 

·  1 Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile enthalten 45

 

·                   2 Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten 48

 

·  2 Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten 48

 

·         D Groß- und Kleinschreibung 51

 

·  D Groß- und Kleinschreibung 51

 

·         0 Vorbemerkungen 51

 

·  0 Vorbemerkungen 51

 

·         1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung 52

 

·  1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung 52

 

·         2 Anwendung von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen 54

 

·  2 Anwendung von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen 54

 

·         2.1 Substantive und Desubstantivierungen 54

 

·  2.1 Substantive und Desubstantivierungen 54

 

·         2.2 Substantivierungen 58

 

·  2.2 Substantivierungen 58

 

·         2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen 63

 

·  2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen 63

 

·         2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv 67

 

·  2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv 67

 

·         2.5 Anredepronomen und Anreden 67

 

·  2.5 Anredepronomen und Anreden 67

 

·         E Zeichensetzung 70

 

·  E Zeichensetzung 70

 

·         0 Vorbemerkungen 70

 

·  0 Vorbemerkungen 70

 

·         1 Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen 70

 

·  1 Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen 70

 

·         2 Gliederung innerhalb von Ganzsätzen 72

 

·  2 Gliederung innerhalb von Ganzsätzen 72

 

·         2.1 Komma 73

 

·  2.1 Komma 73

 

·         2.2 Semikolon 83

 

·  2.2 Semikolon 83

 

·         2.3 Doppelpunkt 84

 

·  2.3 Doppelpunkt 84

 

·         2.4 Gedankenstrich 85

 

·  2.4 Gedankenstrich 85

 

·         2.5 Klammern 87

 

·  2.5 Klammern 87

 

·         3 Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. Hervorhebung von Wörtern oder Textstellen 88

 

·  3 Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. Hervorhebung von Wörtern oder Textstellen 88

 

·         3.1 Anführungszeichen 88

 

·  3.1 Anführungszeichen 88

 

·         4 Markierung von Auslassungen 91

 

·  4 Markierung von Auslassungen 91

 

·         4.1 Apostroph 91

 

·  4.1 Apostroph 91

 

·         4.2 Ergänzungsstrich 92

 

·  4.2 Ergänzungsstrich 92

 

·         4.3 Auslassungspunkte 93

 

·  4.3 Auslassungspunkte 93

 

·         5 Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen 93

 

·  5 Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen 93

 

·         5.1 Punkt 93

 

·  5.1 Punkt 93

 

·         5.2 Schrägstrich 95

 

·  5.2 Schrägstrich 95

 

·         F Worttrennung am Zeilenende 97

 

·  F Worttrennung am Zeilenende 97

 

Teil II: Wörterverzeichnis 99

 

 

 

 

Wortlaut des amtlichen Textes

Kommentar

ergänzter und verbesserter Text

Unfertiges

Vorwort

 

 

 

1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung

1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung

1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung

1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung

Das folgende amtliche Regelwerk, mit einem Regelteil und einem Wörterverzeichnis, regelt die Rechtschreibung innerhalb derjenigen Institutionen (Schule, Verwaltung), für die der Staat Regelungskompetenz hinsichtlich der Rechtschreibung hat. Darüber hinaus hat es zur Sicherung einer einheitlichen Rechtschreibung Vorbildcharakter für alle, die sich an einer allgemein gültigen Rechtschreibung orientieren möchten (das heißt Firmen, speziell Druckereien, Verlage, Redaktionen - aber auch Privatpersonen). Diese Regelung ersetzt jene von 1902 und alle anschließenden Ergänzungsverordnungen.

Die neue Regelung ist folgenden Grundsätzen verpflichtet:

Sie bemüht sich um eine behutsame inhaltliche Vereinfachung der Rechtschreibung mit dem Ziel, eine Reihe von Ausnahmen und Besonderheiten abzuschaffen, so dass der Geltungsbereich der Grundregeln ausgedehnt wird.

Sie verfolgt eine Neuformulierung der Regeln nach einem einheitlichen Konzept.

 

 

 

2 Grundlagen der deutschen Rechtschreibung

Die deutsche Rechtschreibung beruht auf einer Buchstabenschrift. Wie ein gesprochenes Wort aus Lauten besteht, so besteht ein geschriebenes Wort aus Buchstaben. Die (regelgeleitete) Zuordnung von Lauten und Buchstaben soll es ermöglichen, jedes geschriebene Wort zu lesen und jedes gehörte Wort zu schreiben.

Die Schreibung der deutschen Sprache - worunter im Folgenden immer auch die Zeichensetzung mitverstanden wird - ist durch folgende grundlegende Beziehungen geprägt:

die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung

die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung

 

 

 

2.1 Die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung

Jedem Laut entspricht ein Buchstabe oder eine Buchstabenverbindung (zum Beispiel sch, ch). Gelegentlich werden auch zwei Laute durch einen Buchstaben bezeichnet (so durch x und z).

Die Zuordnung von Lauten und Buchstaben orientiert sich an der deutschen Standardaussprache. Das hat den Vorteil, dass ein Wort immer in derselben Weise geschrieben wird, obwohl es regionale Varianten in der Aussprache geben kann. Wer schreiben lernt, muss daher manchmal mit der Schreibung auch die Standardaussprache kennen lernen.

Besondere Probleme bereitet die Schreibung der Fremdwörter, weil andere Sprachen über Laute verfügen, die im Deutschen nicht vorkommen (zum Beispiel [T] im Englischen wie in Thriller und die französischen Nasalvokale wie in Teint). Darüber hinaus können fremde Sprachen andere Laut-Buchstaben-Zuordnungen haben (zum Beispiel in Nightclub). Grundsätzlich kann man, was die Schreibung von Fremdwörtern angeht, zwei Tendenzen unterscheiden:

(1) Schreibung wie in der fremden Sprache: Diese Lösung hat Vorteile beim Erlernen fremder Sprachen, bei Mehrsprachigkeit, bei der internationalen Verständigung, speziell bei den Internationalismen (zum Beispiel City, Taxi) oder in den Fachsprachen (zum Beispiel Calcium). Teilweise verbindet sich mit der fremden Schreibung auch das Flair von Weltläufigkeit, dies besonders bei Varianten (zum Beispiel Club neben Klub).

(2) Lautliche und/oder orthografische Angleichung (zum Beispiel beides in englisch strike, gesprochen [straIk], zu deutsch Streik, gesprochen [StraIk]): Diese Lösung hat Vorteile für den, der die fremde Herkunftssprache nicht kennt. Denn bei nicht erfolgter Angleichung kann er sich das Fremdwort nur als Schreibschema oder Schreibaussprache einprägen (zum Beispiel Portemonnaie als Por-te-mon-na-i-e). Die Angleichung vollzog und vollzieht sich meist nicht systematisch, sondern von Fall zu Fall, und sie hängt sehr stark von der Häufigkeit und Gebräuchlichkeit eines Wortes ab. Gelegentlich gibt es auch Doppelschreibungen (zum Beispiel Soße - Sauce).

Nicht immer gelten die regelmäßigen Laut-Buchstaben-Zuordnungen bei Eigennamen; man vergleiche Schmidt, Schmid; Maier, Mayer, Meyer, Meier; Duisburg; Soest.

 

 

 

2.2 Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung

Die deutsche Rechtschreibung bezieht sich nicht nur auf die Lautung, sondern sie dient auch der grafischen Fixierung von Inhalten der sprachlichen Einheiten, das heißt der Bedeutung von Wortteilen, Wörtern, Sätzen und Texten. So wird ein Wortstamm möglichst gleich geschrieben, selbst wenn er in unterschiedlicher Umgebung verschieden ausgesprochen wird. Man spricht hier von Stammschreibung oder Schemakonstanz. Dies betrifft zum Beispiel die Schreibung bei Auslautverhärtung in manchen deutschen Sprachgebieten (Rad und Rat werden gleich ausgesprochen, aber unterschiedlich geschrieben wegen des Rades und des Rates), den Umlaut (zum Beispiel Wand - Wände, aber Wende), das Zusammentreffen gleicher Konsonanten (zum Beispiel Haussegen, fünffach, zerreißen, enttäuschen, Blinddarm), gelegentlich auch Einzelfälle (vier mit langem [i:], aber vierzehn, vierzig trotz kurzem [I]). Hingegen werden in manchen Fällen verschiedene Wörter, obwohl sie gleich ausgesprochen werden, unterschiedlich geschrieben (Unterscheidungsschreibung; zum Beispiel Saite, Seite; wieder, wider).

Diese Schemakonstanz sichert den Lesenden ein rasches Erkennen einzelner Wörter und ihrer „Bausteine". Schwierig an diesem Verfahren ist, dass den Sprachteilhaberinnen und Sprachteilhabern einerseits in manchen Fällen nicht klar ist, ob eine Wortverwandtschaft vorliegt (gehört zum Beispiel Herbst zu herb?), oder dass sie andererseits eine Wortverwandtschaft rechtschreiblich nicht beachten müssen (zum Beispiel Eltern zu alt; voll zu füllen). Bei der Unterscheidungsschreibung wirkt die Wahl der unterscheidenden Buchstaben auf die heutigen Sprachteilhaberinnen und Sprachteilhaber zufällig (zum Beispiel Laib, Leib; Lied, Lid; Lärche, Lerche).

Der Kennzeichnung des Wortes und seiner Unterscheidung von Wortgruppen dient unter anderem die Getrennt- und Zusammenschreibung. Die Großschreibung hat im Deutschen mehrere Aufgaben. So dient sie zum Beispiel dazu, Eigennamen sowie Substantive und Substantivierungen zu markieren. Gleichzeitig dient die Großschreibung auch der Hervorhebung des Anfangs von Sätzen und Überschriften. Sätze und Texte als komplexere sprachliche Einheiten werden ihrerseits durch die Mittel der Zeichensetzung in einzelne Teileinheiten untergliedert. Die Lesenden erhalten dadurch schnell erfassbare Informationen über grammatisch-semantische Zusammenhänge.

Schwierig bei all diesen grafischen Bedeutungsmarkierungen ist, dass von den Schreibenden ein gewisses Maß an grammatischem Wissen verlangt wird. Darüber hinaus liegt es in der Natur der Sprache, dass es manchmal keine eindeutige Entscheidung für die eine oder andere Schreibung gibt, weil es sich um Übergangsfälle zwischen verschiedenen sprachlichen Einheiten oder Klassen handelt (zum Beispiel zwischen Zusammensetzung und Wortgruppe).

 

 

 

3 Regelteil und Wörterverzeichnis

Auf der Basis dieser grundlegenden Beziehungen wird durch den Regelteil und das Wörterverzeichnis die geltende Norm der deutschen Schreibung festgelegt. Dabei ergänzen sie einander. So kann die Norm, den Satzanfang großzuschreiben oder gleichrangige Teile in Aufzählungen durch ein Komma zu trennen, durch Regeln im Regelteil allgemein beschrieben werden. Hingegen kann die Schreibung vieler Fremdwörter nur durch Einzelfestlegungen im Wörterverzeichnis erfasst werden; es gibt dazu weder Regeln noch ist es sinnvoll, lange Ausnahmelisten im Regelteil anzulegen.

In vielen Fällen kann man die Schreibung sowohl mit Hilfe der Regeln allgemein bestimmen als auch durch das Nachschlagen im Wörterverzeichnis ermitteln. So besagt zum Beispiel eine Regel, dass der Buchstabe für einen einzelnen Konsonanten nach betontem kurzem Vokal verdoppelt und so die Kürze des Vokals gekennzeichnet wird (zum Beispiel Affe, Barren, gönnen, schlimm); aber auch im Wörterverzeichnis ist notwendigerweise jedes einschlägige Wort mit dem verdoppelten Buchstaben für den Konsonanten (zum Beispiel Affe) verzeichnet.

 

 

 

3.1 Zum Aufbau des Regelteils

Der Regelteil ist in sechs Teilbereiche gegliedert:

A Laut-Buchstaben-Zuordnungen

B Getrennt- und Zusammenschreibung

C Schreibung mit Bindestrich

D Groß- und Kleinschreibung

E Zeichensetzung

F Worttrennung am Zeilenende

Den Teilbereichen ist jeweils eine Vorbemerkung vorangestellt, die über Inhalt und Aufbau Auskunft gibt. Die Teilbereiche sind durch Zwischenüberschriften mit arabischer Nummerierung (1, 1.1, 1.2 …) untergliedert. Der gesamte Regelteil ist darüber hinaus fortlaufend durch Paragraphen durchgezählt, um Verweisungen sowohl innerhalb des Regelteils als auch vom Wörterverzeichnis auf den Regelteil zu ermöglichen.

Alle Regeln werden durch Beispiele verdeutlicht; die Ausnahmen sind, wenn nicht anders vermerkt, vollständig angeführt. In den Erläuterungen (= E) werden zusätzliche Hinweise gegeben. Dabei wird prinzipiell von einer Grundregel ausgegangen. In dem weiteren Text werden dann regelhafte Abweichungen als Einzelregeln oder als Ausnahmen genannt.

So ist bei den Laut-Buchstaben-Zuordnungen sch in schnell oder ei in Kreide der Normalfall; im Weiteren wird dann dargelegt, dass sp, st in Speck, Stein regelhafte Abweichungen sind und ai in Kaiser eine Ausnahme ist. Ebenso ist bei der Getrennt- und Zusammenschreibung die Getrenntschreibung der Normalfall; regelungsbedürftig ist die Zusammenschreibung. Bei der Groß- und Kleinschreibung ist die Kleinschreibung der Normalfall. Die Worttrennung folgt grundsätzlich der Silbenzerlegung beim Sprechen; regelungsbedürftig sind die Abweichungen davon (zum Beispiel in Sprechsilben: wi-drig - getrennt: wid-rig). Bei der Zeichensetzung ist der Punkt am Satzende der Normalfall; Einzelregeln folgen für das Fehlen des Punktes, zum Beispiel in Überschriften, oder für das Ausrufe- und Fragezeichen.

Es werden die üblichen grammatischen Fachausdrücke verwendet. Speziell gilt:

Im Regelwerk       Varianten                                          

Ausrufezeichen     Rufzeichen (Österreich)                            

Komma              Beistrich (Österreich)                             

Nebensatz          Gliedsatz (Österreich)                             

Semikolon          Strichpunkt (Österreich, Schweiz)                  

Substantiv         Nomen (Österreich, Schweiz),                       

                   Nomen oder Substantiv (Deutschland)                 

Die Beispiele sind im Regelteil kursiv gesetzt.

Der vorliegende Text ist gemäß der neuen Regelung geschrieben.

Ausnahmen sind leider nicht immer „wenn nicht anders vermerkt, vollständig angeführt“!
Ob etwas in den Erläuterungen steht oder in der Regel scheint z.T. willkürlich.
Immer
Grundregel?
Regelhafte Abweichungen „
als Ausnahmen“??

Hier wird also versucht, mit den drei Kategorien „Grundregel“/„Normalfall“, „regelhafte Abweichung“ und „Ausnahme“ auszukommen. Ist das immer so eindeutig? Nach welchen Kriterien gilt etwas als Normalfall? Bei den Laut-Buchstaben-Zuordnungen bleibt z. B. die Verhältnisbestimmung von „Normalfall“ und „regelhafte Abweichung“ unklar: Auch ei und eu, sowie z und x stellen strenggenommen schon Sonderfälle dar; ähnlich wie bei st und sp (beim Zusammentreffen von sch und t oder p) gibt es anscheinend eine Sonderregel, die besagt, daß, wenn a und i bzw. j (o und i/ü/j, t und ß, k und ß) zusammentreffen, ei (eu, z, x) geschrieben wird.
Interpretieren wir diese Begrifflichkeit wohlwollend, so ergibt sich folgende Differenzierung für die Laut-Buchstaben-Zuordnungen:
Der „Normalfall“ bezeichnet zwei unterschiedliche Dinge: erstens den Buchstaben oder die Buchstabenverbindung, der oder die „normalerweise“ (am häufigsten bzw. kontextfrei) für einen bestimmten Laut steht (z. B. a für den kurzen a-Laut, t für den t-Laut, sch für den sch-Laut). Zweitens schließt er auch Buchstaben und Buchstabenverbindungen ein, die „normalerweise“ für bestimmte Lautkombinationen stehen, abweichend von der „normalen“ (kontextfreien) Wiedergabe der einzelnen Laute dieser Lautkombinationen (ei statt ai oder aj, z statt oder ts).
Die „regelhafte Abweichung“ bezieht sich dagegen auf die Buchstaben und Buchstabenverbindungen, die „normalerweise“, aber nur unter bestimmten Bedingungen, für bestimmte Laute oder Lautkombinationen stehen - Laute und Lautkombinationen, die unter anderen, „normalen“ Bedingungen aber durch die „normalen“ (kontextfreien) Buchstaben für die einzelnen Laute dieser Lautkombinationen wiedergegeben werden (st und sp statt scht und schp nur am Beginn des Wortstamms, im Normalfall dagegen scht oder schp wie in Gischt, Mischpoke).
Leider wendet der Regelteil diese Begrifflichkeit dann kaum noch an, sondern spricht schwammig z. B. meist nur noch von Regeln, die „grundlegend“ seien, womit wohl der „Normalfall“ gemeint sein dürfte.

 

 

3.2 Zum Aufbau des Wörterverzeichnisses

 

 

 

Das Wörterverzeichnis führt den zentralen rechtschreiblichen Wortschatz in alphabetischer Reihenfolge an; Ableitungen und Zusammensetzungen sind nur angegeben, wenn sich bei der Anwendung von Regeln (zum Beispiel zur Getrennt- und Zusammenschreibung) Schwierigkeiten ergeben können. Ebenso sind Angaben zu Flexion und Bedeutung nur dann aufgeführt, wenn dies für rechtschreibliche Zwecke notwendig ist; diese Angaben sind jedoch nicht amtlich festgelegt.

Im Einzelnen gilt:

(1) Stichwörter

Regionale und mundartliche Besonderheiten sind nicht erfasst. Länderspezifische Wörter (Austriazismen und Helvetismen) werden jedoch verzeichnet, sofern sie in Österreich beziehungsweise in der Schweiz als standardsprachlich gelten. Sie sind, sofern es sich nicht um österreichische oder schweizerische Schreibvarianten handelt, nicht markiert.

Eigennamen werden nicht aufgeführt. Warenzeichen sind mit Wz gekennzeichnet.

Zitatwörter und fremdsprachliche Wendungen wie all right, de facto, dolce far niente sind nicht aufgenommen, jedoch werden Beispiele für den Gebrauch in Zusammensetzungen gegeben (De-facto-Anerkennung usw.).

(2) Weitere Angaben

Zur Unterscheidung von gleich gesprochenen beziehungsweise gleich geschriebenen Wörtern werden zusätzliche Angaben gemacht, zum Beispiel: Band (zu binden) und Band (Musikgruppe). Bei gleicher Aussprache wird außerdem durch ein Ungleichheitszeichen wechselseitig aufeinander aufmerksam gemacht, zum Beispiel: Saite (beim Musikinstrument) Seite und Seite (etwa im Buch) Saite.

Ein Ungleichheitszeichen findet sich auch bei Wörtern, die einander in Schreibung und/oder Bedeutung so ähnlich sind, dass sie verwechselt werden können, zum Beispiel: Apartment Appartement und Appartement Apartment. Unterschiedliche Wortarten erhalten getrennte Einträge ohne Kommentar, zum Beispiel: bar, Bar.

(3) Rechtschreibliche und lexikalische Varianten

Sofern sich bei Varianten eine Hauptvariante (im Sinne einer empfohlenen, zu bevorzugenden Schreibung) und eine Nebenvariante (im Sinne einer auch möglichen Schreibung) unterscheiden lassen, wird auf die Hauptvariante verwiesen, zum Beispiel: Anchovis s. Anschovis, während bei der Hauptvariante die Nebenvariante nur genannt wird: Anschovis, auch Anchovis. Analog wird verfahren, wenn fachsprachliche Schreibungen auftreten, zum Beispiel: Ether s. Äther; Äther, fachspr. Ether. Zu beachten ist, dass sich die Schweiz und Österreich in Bezug auf die Schreibung stärker an der Herkunftssprache orientieren (Bevorzugung der Fremdschreibung). Gleichberechtigte Varianten stehen ohne Verweis nebeneinander, zum Beispiel: räkeln, rekeln und rekeln, räkeln.

Lexikalische Varianten werden ohne weitere Kennzeichnung angeführt und nicht gewertet, zum Beispiel: Ahn, Ahne und Ahne, Ahn.

(4) Wortreihen

Mit dem Bogen und drei Pünktchen wird auf Reihenbildung hingewiesen, zum Beispiel: anbrennen …

Der Bestandteil vor dem Bogen gilt als Stichwort. Der Bestandteil hinter dem Bogen zählt als Beispiel und bleibt bei der alphabetischen Einordnung unberücksichtigt. Bei mehreren Beispielen wird das Stichwort durch Pünktchen ersetzt, zum Beispiel: bereitstehen, …halten …

(5) Verweise

Die Paragraphen verweisen auf den Regelteil.

(6) Neue Schreibungen

Schreibungen, die sich durch die Neuregelung geändert haben, sind durch ein Sternchen markiert, zum Beispiel: rau*. Eingeklammerte Sternchen zeigen an, dass eine analoge Schreibung bereits vorhanden war, so etwa: aufwärts gehen(*).

 

 

 

 

Teil I

 

 

 

 

 

 

 

Regeln

 

 

 

A Laut-Buchstaben-Zuordnungen

 

 

 

0 Vorbemerkungen

 

 

 

(1) Die Schreibung des Deutschen beruht auf einer Buchstabenschrift. Jeder Buchstabe existiert als Kleinbuchstabe und als Großbuchstabe (Ausnahme ß):

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z ä ö ü ß

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä Ö Ü

 

 

 

Die Umlautbuchstaben ä, ö, ü werden im Folgenden mit den Buchstaben a, o, u zusammen eingeordnet; ß nach ss. Zum Ersatz von ß durch ss oder SS siehe § 25 E2 und E3.

Es bleibt unklar, warum an dieser Stelle der „Ersatz von ß durch ss“ genannt wird - warum wird dann nicht auch die Ersetzbarkeit von ä, ö und ü durch ae, oe und ue erwähnt? Schon hier entsteht so der Eindruck, als ob ß ein Buchstabe sei, der eher als andere Buchstaben ersetzt werden kann - ja der einen eigentlich überflüssigen Problemfall darstellt (da er gleichbedeutend mit ss wäre).
An dieser Stelle hätte es gereicht, die (nicht eindeutige!) Verwendung von SS anstelle eines Großbuchstabens für ß zu nennen. (Leider wurde versäumt, eine eindeutigere Schreibung für ein „großes ߓ einzuführen: z. B. SZ, ein S mit Cedille oder einen neu kreierten Großbuchstaben.)
Um die Schweizer Regelung zu würdigen (ss anstelle von ß), hätte nicht von einem „Ersatz“ gesprochen werden dürfen, sondern es hätte das abweichende Buchstabeninventar gesondert benannt werden müssen (das auch z. T. abweichende Laut-Buchstaben-Zuordnungen zur Folge hat: ss dient in der Schweiz nicht der Kennzeichnung kurzer Vokale, sondern repräsentiert generell den ß-Laut, ähnlich wie ng und sch im Standarddeutschen den ng- und den sch-Laut wiedergeben.).

 

 

In Fremdwörtern und fremdsprachigen Eigennamen kommen außerdem Buchstaben mit zusätzlichen Zeichen sowie Ligaturen vor (zum Beispiel ç, é, â, œ).

 

 

 

(2) Für die Schreibung des Deutschen gilt:

 

 

 

(2.1) Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Standardaussprache, die allerdings regionale Varianten aufweist.

 

(2.1) Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Standardaussprache, die allerdings regionale Varianten aufweist.
Ein Laut kann auf untersch. Weise dargestellt werden, ein Buchstabe kann untersch. ausgesprochen werden. Diese Zuordnungen bilden den Pool der orthografischen Mittel, die dazu benutzt werden können, Gleichbedeutendes ähnlich oder sogar gleich zu schreiben. Diese Zuordnungen folgen bestimmten Regeln, die den Rahmen für deren Verwendung abstecken. Darüberhinaus kommen weitere, ungewöhnliche Zuordnungen in noch nicht integrierten Fremdwörtern vor.
(2.1a) Gleichlautendes kann in bestimmten Fällen unterschiedlich geschrieben werden. Unterschiedl. Bedeutung (
malen ≠ mahlen, leeren ≠ lehren), dabei kann sich die Schreibung aus der Anwendung orthografischer Mittel im Sinne der unten beschriebenen Konstant- und Ähnlichkeitsschreibung erklären (Trift, aber trifft wg. treffen); gleiche Bedeutung, aber beides in Gebrauch (Schenke – Schänke, schick – chic, Foto – Photo, -ör – -eur); verwandt, aber doch unterschiedl. Gebrauch (Kaffee – Café).
sucht Sucht; wachst; Montage; rösten

(2.1) Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Standardaussprache, die allerdings regionale Varianten aufweist.
Ein Laut kann auf untersch. Weise dargestellt werden, ein Buchstabe kann untersch. ausgesprochen werden. Diese Zuordnungen bilden den Pool der orthografischen Mittel, die dazu benutzt werden können, Gleichbedeutendes ähnlich oder sogar gleich zu schreiben. Diese Zuordnungen folgen bestimmten Regeln, die den Rahmen für deren Verwendung abstecken. Darüberhinaus kommen weitere, ungewöhnliche Zuordnungen in noch nicht integrierten Fremdwörtern vor.
(2.1a) Gleichlautendes kann in bestimmten Fällen unterschiedlich geschrieben werden. Unterschiedl. Bedeutung (
malen ≠ mahlen, leeren ≠ lehren), dabei kann sich die Schreibung aus der Anwendung orthografischer Mittel im Sinne der unten beschriebenen Konstant- und Ähnlichkeitsschreibung erklären (Trift, aber trifft wg. treffen); gleiche Bedeutung, aber beides in Gebrauch (Schenke – Schänke, schick – chic, Foto – Photo, -ör – -eur); verwandt, aber doch unterschiedl. Gebrauch (Kaffee – Café).
sucht Sucht; wachst; Montage; rösten

(2.2) Die Schreibung der Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen bleibt bei der Flexion der Wörter, in Zusammensetzungen und Ableitungen weitgehend konstant (zum Beispiel Kind, die Kinder, des Kindes, Kindbett, Kinderbuch, Kindesalter, kindisch, kindlich; Differenz, Differenzial, differenzieren; aber säen, Saat; nähen, Nadel). Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.

Dabei ist zu beachten, dass Wortstämme sich verändern können, so vor allem durch Umlaut (zum Beispiel Hand - Hände, Not - nötig, Kunst - Künstler, rauben - Räuber), durch Ablaut (zum Beispiel schwimmen - er schwamm - geschwommen) oder durch e/i-Wechsel (zum Beispiel geben - du gibst - er gibt).

In manchen Fällen werden durch verschiedene Laut-Buchstaben-Zuordnungen gleich lautende Wörter unterschieden (zum Beispiel malen mahlen, leeren lehren).

 

(2.2) Verändert Gleichbedeutendes (Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen) die Aussprache (oder Kontext), so bleibt die Schreibung nur dann erhalten oder ähnlich, wenn entsprechende orthografische Mittel dafür zur Verfügung stehen und kein Verstoß gegen grundlegende Regeln zustande kommt.
Konstantschreibung bei: Zusammensetzungen, auch wenn gleichgesprochene Konsonanten zusammentreffen und (umgangssprachlich) zu einem Konsonanten verschmelzen (
Zahl, zahllos; fünf, fünffach; Blick, Blickkontakt; tarnen, enttarnen; Schiff, Schifffracht; ab, abprallen); Hinzufügen von Suffixen (treffen, ihr trefft (statt *treft); nimm!, sie nimmt (statt *nimt); stricken, er strickt (statt *strikt), du strickst (statt *strixt); pumpen, du pumpst (statt *pumst); grenzen, sie grenzt (statt *grenst);Dreh, drehen, dreht (statt *dret); Differenz, Differenzial, differenzieren); Auslautverhärtung (Das betrifft: Buchstaben, die wie b, d, dsch, g, s, sch (stimmhaft), w, (j, r) gesprochen werden, werden beibehalten, auch wenn sie wie p, t, tsch, k, ß, sch, f, (ch) gesprochen werden und kein Vokal folgt; g in -ig, auch wenn wie ch oder k gesprochen und kein Vokal folgt, z. B. Kind (statt *Kint) wg. Kinder, Kurs (statt *Kurß) wg. Kurse)
Ähnlichkeitsschreibung bei: ä zu a statt e, ü zu u statt y, ieh zu Vokal+h statt ie, Langvokal ohne h zu Kurzvokal statt Vokal+h, dt (gk) zu d (g) statt t (k) (wenn Vokal nach t (k) folgen kann), z. B.
Kamm, kämmen; halten, hält; Haut, Häute; molekular, Molekül; Befehl, befiehl!; kommen, kam; senden, gesandt, gesandte; (einig, Einigkeit); (habe, haben).
Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.
Entsprechend kann auch Gleichbedeutendes die Schreibung verändern, die Aussprache aber beibehalten (
fitter, fit; fassen, Faß; voll, füllen).
In allen anderen Fällen wird unterschiedlich Gesprochenes (untersch. Kontext) auch unterschiedlich geschrieben (zum Beispiel
schwimmen - er schwamm - geschwommen; Not - nötig, bringen - brachte; das ließe sich auch nicht ähnlicher schreiben, ohne gegen die grundlegenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen zu verstoßen). Und zwar auch dann, wenn orthografische Mittel denkbar wären: a)  wenn ein Verstoß gegen grundlegende Regeln zustande käme, der eine falsche Aussprache nahelegen würde: nehmen, aber nimm!, genommen; treffen, trifft, aber trafen; essen, aber aßen; [Ausnahmen: vier, vierte, so auch Viertel, vierzehn, vierzig (trotz kurzem Vokal); Ire, Irland, Polen, polnisch??]; b) wenn es ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen, aber bestimmten Regeln widerspricht (Schliff – schleifen, wissen – weiß, heiß – Hitze – heizen, innen – in, reizen – du reizt, Vogel – Vögelein, Allee – Alleen, acht – achte, Achtel, Blume – Blumen), c) wenn es ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen, aber eine solche Ähnlichkeitsschreibung trotzdem nicht vorgesehen ist (froh – freuen, potent – Potenz).
Doch selbst dann, wenn die oben genannten Bedingungen für eine Ähnlichkeits- oder Konstantschreibung gegeben sind, können unter bestimmten Bedingungen oder ausnahmsweise die nicht aufeinander bezogenen Schreibungen verwendet werden (
brennen, trotz brannte, Brand; Brand, trotz brennen; setzen, trotz Satz; gesamt, sämtlich, trotz zusammen; hantieren, trotz Hand; tot, trotz Tod; Absorption, trotz absorbieren; des, trotz das; -ell, trotz -al)     (in, trotz innen; aus, trotz außen; fit, trotz fitter; Job, trotz jobben; )

(Die Schreibung von gleichgesprochenen Wörtern und Wortbestandteilen, die die gleiche Bedeutung oder Funktion haben, (Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen) bleibt in einem Text grundsätzlich gleich, auch in Zusammensetzungen mit anderen Wörtern, mit Präfixen oder wortähnlichen Affixen bzw. affixähnlichen Wörtern – selbst dann, wenn gleichgesprochene Konsonantenbuchstaben aufeinandertreffen und umgangssprachlich an dieser Stelle nur ein Konsonant gesprochen wird. (Dies ist auch empfehlenswert, wenn es für das gleiche Wort oder den gleichen Wortbestandteil Schreibvarianten gibt.) Nur die Klein‑/Großschreibung kann variieren. Beispiele:
Tür, Türschild, Haustür; Zahl, zahllos; fünf, fünffach; Blick, Blickkontakt; tarnen, enttarnen; Schiff, Schifffracht; ab, abprallen; Majonäsen, Majonäsentube oder Mayonnaisen, Mayonnaisentube; Fon, Telefon, Grammofon, Fonologie oder Phon, Telephon, Grammophon, Phonologie.
Die Schreibung bleibt auch bei der Flexion der Wörter und in Ableitungen konstant, wenn durch die Suffixe die Aussprache nur ergänzt wird, aber ansonsten gleichbleibt (zum Beispiel Zahl, die Zahlen, du zahlst; Halt, halten, Haltung; Treff, treffen; Blick, blicken) – selbst dann, wenn durch die Ergänzung an der Berührungsstelle von den Grundregeln her eine andere Schreibung zu erwarten wäre (zum Beispiel treffen, ihr trefft (statt *treft); nimm!, sie nimmt (statt *nimt); stricken, er strickt (statt *strikt), du strickst (statt *strixt); pumpen, du pumpst (statt *pumst); grenzen, sie grenzt (statt *grenst);Dreh, drehen, dreht (statt *dret); Differenz, Differenzial, differenzieren) oder dort eine leichte Ausspracheveränderung ... (zahl[t]st).
In bestimmten Fällen bleibt die Schreibung auch dann gleich, wenn die Aussprache sich verändert (zum Beispiel
Kind, die Kinder, des Kindes, Kindbett, Kinderbuch, Kindesalter, kindisch, kindlich; ; aber säen, Saat; nähen, Nadel). Das betrifft: Buchstaben, die wie b, d, dsch, g, s, sch (stimmhaft), w, (j, r) gesprochen werden, werden beibehalten, auch wenn sie wie p, t, tsch, k, ß, sch, f, (ch) gesprochen werden und kein Vokal folgt; g in -ig, auch wenn wie ch oder k gesprochen und kein Vokal folgt; .
Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.
In bestimmten Fällen bleibt die Schreibung auf besondere Weise ähnlich, wenn die Aussprache sich verändert (zum Beispiel
Kamm, kämmen; halten, hält; Haut, Häute; molekular, Molekül; Befehl, befiehl!). Das betrifft: ä zu a statt e, ü zu u statt y, ieh zu Vokal+h statt ie, Langvokal ohne h zu Kurzvokal statt Vokal+h, dt (gk) zu d (g) statt t (k) (wenn Vokal nach t (k) folgen kann).
In allen anderen Fällen wird unterschiedlich Gesprochenes auch unterschiedlich geschrieben, selbst wenn es miteinander verwandt ist und ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen! (zum Beispiel
schwimmen - er schwamm - geschwommen, geben - du gibst - er gibt, Not - nötig, treffen, triff!, trafen, essen, aßen; Schliff – schleifen, wissen – weiß, heiß – Hitze – heizen, froh – freuen  )
Auch in den genannten Fällen können unter bestimmten Bedingungen oder ausnahmsweise die nicht aufeinander bezogenen Schreibungen verwendet werden.)

(2.2) Verändert Gleichbedeutendes (Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen) die Aussprache (oder Kontext), so bleibt die Schreibung nur dann erhalten oder ähnlich, wenn entsprechende orthografische Mittel dafür zur Verfügung stehen und kein Verstoß gegen grundlegende Regeln zustande kommt.
Konstantschreibung bei: Zusammensetzungen, auch wenn gleichgesprochene Konsonanten zusammentreffen und (umgangssprachlich) zu einem Konsonanten verschmelzen (
Zahl, zahllos; fünf, fünffach; Blick, Blickkontakt; tarnen, enttarnen; Schiff, Schifffracht; ab, abprallen); Hinzufügen von Suffixen (treffen, ihr trefft (statt *treft); nimm!, sie nimmt (statt *nimt); stricken, er strickt (statt *strikt), du strickst (statt *strixt); pumpen, du pumpst (statt *pumst); grenzen, sie grenzt (statt *grenst);Dreh, drehen, dreht (statt *dret); Differenz, Differenzial, differenzieren); Auslautverhärtung (Das betrifft: Buchstaben, die wie b, d, dsch, g, s, sch (stimmhaft), w, (j, r) gesprochen werden, werden beibehalten, auch wenn sie wie p, t, tsch, k, ß, sch, f, (ch) gesprochen werden und kein Vokal folgt; g in -ig, auch wenn wie ch oder k gesprochen und kein Vokal folgt, z. B. Kind (statt *Kint) wg. Kinder, Kurs (statt *Kurß) wg. Kurse)
Ähnlichkeitsschreibung bei: ä zu a statt e, ü zu u statt y, ieh zu Vokal+h statt ie, Langvokal ohne h zu Kurzvokal statt Vokal+h, dt (gk) zu d (g) statt t (k) (wenn Vokal nach t (k) folgen kann), z. B.
Kamm, kämmen; halten, hält; Haut, Häute; molekular, Molekül; Befehl, befiehl!; kommen, kam; senden, gesandt, gesandte; (einig, Einigkeit); (habe, haben).
Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.
Entsprechend kann auch Gleichbedeutendes die Schreibung verändern, die Aussprache aber beibehalten (
fitter, fit; fassen, Faß; voll, füllen).
In allen anderen Fällen wird unterschiedlich Gesprochenes (untersch. Kontext) auch unterschiedlich geschrieben (zum Beispiel
schwimmen - er schwamm - geschwommen; Not - nötig, bringen - brachte; das ließe sich auch nicht ähnlicher schreiben, ohne gegen die grundlegenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen zu verstoßen). Und zwar auch dann, wenn orthografische Mittel denkbar wären: a)  wenn ein Verstoß gegen grundlegende Regeln zustande käme, der eine falsche Aussprache nahelegen würde: nehmen, aber nimm!, genommen; treffen, trifft, aber trafen; essen, aber aßen; [Ausnahmen: vier, vierte, so auch Viertel, vierzehn, vierzig (trotz kurzem Vokal); Ire, Irland, Polen, polnisch??]; b) wenn es ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen, aber bestimmten Regeln widerspricht (Schliff – schleifen, wissen – weiß, heiß – Hitze – heizen, innen – in, reizen – du reizt, Vogel – Vögelein, Allee – Alleen, acht – achte, Achtel, Blume – Blumen), c) wenn es ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen, aber eine solche Ähnlichkeitsschreibung trotzdem nicht vorgesehen ist (froh – freuen, potent – Potenz).
Doch selbst dann, wenn die oben genannten Bedingungen für eine Ähnlichkeits- oder Konstantschreibung gegeben sind, können unter bestimmten Bedingungen oder ausnahmsweise die nicht aufeinander bezogenen Schreibungen verwendet werden (
brennen, trotz brannte, Brand; Brand, trotz brennen; setzen, trotz Satz; gesamt, sämtlich, trotz zusammen; hantieren, trotz Hand; tot, trotz Tod; Absorption, trotz absorbieren; des, trotz das; -ell, trotz -al)     (in, trotz innen; aus, trotz außen; fit, trotz fitter; Job, trotz jobben; )

(Die Schreibung von gleichgesprochenen Wörtern und Wortbestandteilen, die die gleiche Bedeutung oder Funktion haben, (Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen) bleibt in einem Text grundsätzlich gleich, auch in Zusammensetzungen mit anderen Wörtern, mit Präfixen oder wortähnlichen Affixen bzw. affixähnlichen Wörtern – selbst dann, wenn gleichgesprochene Konsonantenbuchstaben aufeinandertreffen und umgangssprachlich an dieser Stelle nur ein Konsonant gesprochen wird. (Dies ist auch empfehlenswert, wenn es für das gleiche Wort oder den gleichen Wortbestandteil Schreibvarianten gibt.) Nur die Klein‑/Großschreibung kann variieren. Beispiele:
Tür, Türschild, Haustür; Zahl, zahllos; fünf, fünffach; Blick, Blickkontakt; tarnen, enttarnen; Schiff, Schifffracht; ab, abprallen; Majonäsen, Majonäsentube oder Mayonnaisen, Mayonnaisentube; Fon, Telefon, Grammofon, Fonologie oder Phon, Telephon, Grammophon, Phonologie.
Die Schreibung bleibt auch bei der Flexion der Wörter und in Ableitungen konstant, wenn durch die Suffixe die Aussprache nur ergänzt wird, aber ansonsten gleichbleibt (zum Beispiel Zahl, die Zahlen, du zahlst; Halt, halten, Haltung; Treff, treffen; Blick, blicken) – selbst dann, wenn durch die Ergänzung an der Berührungsstelle von den Grundregeln her eine andere Schreibung zu erwarten wäre (zum Beispiel treffen, ihr trefft (statt *treft); nimm!, sie nimmt (statt *nimt); stricken, er strickt (statt *strikt), du strickst (statt *strixt); pumpen, du pumpst (statt *pumst); grenzen, sie grenzt (statt *grenst);Dreh, drehen, dreht (statt *dret); Differenz, Differenzial, differenzieren) oder dort eine leichte Ausspracheveränderung ... (zahl[t]st).
In bestimmten Fällen bleibt die Schreibung auch dann gleich, wenn die Aussprache sich verändert (zum Beispiel
Kind, die Kinder, des Kindes, Kindbett, Kinderbuch, Kindesalter, kindisch, kindlich; ; aber säen, Saat; nähen, Nadel). Das betrifft: Buchstaben, die wie b, d, dsch, g, s, sch (stimmhaft), w, (j, r) gesprochen werden, werden beibehalten, auch wenn sie wie p, t, tsch, k, ß, sch, f, (ch) gesprochen werden und kein Vokal folgt; g in -ig, auch wenn wie ch oder k gesprochen und kein Vokal folgt; .
Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.
In bestimmten Fällen bleibt die Schreibung auf besondere Weise ähnlich, wenn die Aussprache sich verändert (zum Beispiel
Kamm, kämmen; halten, hält; Haut, Häute; molekular, Molekül; Befehl, befiehl!). Das betrifft: ä zu a statt e, ü zu u statt y, ieh zu Vokal+h statt ie, Langvokal ohne h zu Kurzvokal statt Vokal+h, dt (gk) zu d (g) statt t (k) (wenn Vokal nach t (k) folgen kann).
In allen anderen Fällen wird unterschiedlich Gesprochenes auch unterschiedlich geschrieben, selbst wenn es miteinander verwandt ist und ähnlich geschrieben werden könnte, ohne die Aussprache zu beeinträchtigen! (zum Beispiel
schwimmen - er schwamm - geschwommen, geben - du gibst - er gibt, Not - nötig, treffen, triff!, trafen, essen, aßen; Schliff – schleifen, wissen – weiß, heiß – Hitze – heizen, froh – freuen  )
Auch in den genannten Fällen können unter bestimmten Bedingungen oder ausnahmsweise die nicht aufeinander bezogenen Schreibungen verwendet werden.)

(3) Der folgenden Darstellung liegt die deutsche Standardsprache zugrunde.

 

 

 

Besonderheiten sind bei Fremdwörtern und Eigennamen zu beachten.

 

 

 

(3.1) Fremdwörter unterliegen oft fremdsprachigen Schreibgewohnheiten (zum Beispiel Chaiselongue, Sympathie, Lady). Ihre Schreibung kann jedoch - und Ähnliches gilt für die Aussprache - je nach Häufigkeit und Art der Verwendung integriert, das heißt dem Deutschen angeglichen werden (zum Beispiel Scharnier aus französisch charnière, Streik aus englisch strike). Manche Fremdwörter werden sowohl in einer integrierten als auch in einer fremdsprachigen Schreibung verwendet (zum Beispiel Fotograf/Photograph).

Nicht integriert sind üblicherweise

a) zitierte fremdsprachige Wörter und Wortgruppen (zum Beispiel: Die Engländer nennen dies „one way mind");

b) Wörter in international gebräuchlicher oder festgelegter - vor allem fachsprachlicher - Schreibung (zum Beispiel City; medizinisch Phlegmone).

Für die nicht oder nur teilweise integrierten Fremdwörter lassen sich wegen der Vielgestaltigkeit fremdsprachiger Schreibgewohnheiten keine handhabbaren Regeln aufstellen. In Zweifelsfällen siehe das Wörterverzeichnis.

 

 

 

(3.2) Für Eigennamen (Vornamen, Familiennamen, geografische Eigennamen und dergleichen) gelten im Allgemeinen amtliche Schreibungen. Diese entsprechen nicht immer den folgenden Regeln.

Eigennamen aus Sprachen mit nicht lateinischem Alphabet können unterschiedliche Schreibungen haben, die auf die Verwendung verschiedener Umschriftsysteme zurückgehen (zum Beispiel Schanghai, Shanghai).

 

 

 

(4) Beim Aufbau der folgenden Darstellung sind zunächst Vokale (siehe Abschnitt 1) und Konsonanten (siehe Abschnitt 2) zu unterscheiden.

Unterschieden sind des Weiteren in beiden Gruppen grundlegende Zuordnungen (siehe Abschnitt 1.1 und 2.1), besondere Zuordnungen (siehe Abschnitte 1.2 bis 1.7 und 2.2 bis 2.7) sowie spezielle Zuordnungen in Fremdwörtern (siehe Abschnitt 1.8 und 2.8).

Laute werden im Folgenden durch die phonetische Umschrift wiedergegeben (zum Beispiel das lange a durch [a:]). Sind die Buchstaben gemeint, so ist dies durch kursiven Druck gekennzeichnet (zum Beispiel der Buchstabe h oder H).

 

 

 

1 Vokale

 

 

 

1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen

 

 

 

§ 1

 

 

 

Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.

 

 

 

Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden Abschnitten behandelt.

 

 

 

 

 

 

 

(1) Kurze einfache Vokale

Laute       Buchst.    Beispiele                          

[a]            a              ab, Alter, warm, Bilanz                 

[ε], [e]      e               enorm, Endung, helfen,
fett, penetrant, Prozent

[ə]          e               Atem, Ballade, gering, nobel            

[ɪ], [i]     i               immer, Iltis, List, indiskret, Pilot    

[ɔ], [o]    o              ob, Ort, folgen, Konzern, Logis, Obelisk, Organ 

[œ], [ø]    ö              öfter, Öffnung, wölben, Ökonomie         

[ʊ], [u]    u              unten, Ulme, bunt, Museum               

[ʏ], [y]     ü              Küste, wünschen, Püree                  

(2) Lange einfache Vokale                                      

Laute        Buchstaben Beispiele                         

[a:]           a              artig, Abend, Basis                      

[e:]           e               edel, Efeu, Weg, Planet                 

[ε:]           ä              äsen, Ära, Sekretär                     

[i:]            ie              (in einheimischen Wörtern:) Liebe, Dieb 

                i               (in Fremdwörtern:) Diva, Iris, Krise, Ventil     

[o:]           o              oben, Ofen, vor, Chor                    

[ø:]           ö              öde, Öfen, schön                        

[u:]           u              Ufer, Bluse, Muse, Natur                 

[y:]           ü              üben, Übel, fügen, Menü, Molekül         

(3) Diphthonge                                                 

Laute        Buchstaben Beispiele                          

[aɪ]        ei              eigen, Eile, beiseite, Kaleidoskop      

[aʊ]        au             auf, Auge, Haus, Audienz                

[ɔʏ]       eu             euch, Eule, Zeuge, Euphorie    

 

 

 

1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale

 

 

 

Folgen auf einen betonten Vokal innerhalb des Wortstammes - bei Fremdwörtern betrifft dies auch den betonten Wortausgang - zwei verschiedene Konsonanten, so ist der Vokal in der Regel kurz; folgt kein Konsonant, so ist der Vokal in der Regel lang; folgt nur ein Konsonant, so ist der Vokal kurz oder lang. Deshalb beschränkt sich die besondere grafische Kennzeichnung des kurzen Vokals auf den Fall, dass nur ein einzelner Konsonant folgt.

 

Aussprachebedingung: Folgt einem Vokalbuchstaben nur ein einzelner Konsonantenbuchstabe, so wird der Vokal in der Regel lang gesprochen. Vor mehreren jedoch meist kurz.
So ergibt sich folgende Regel für das orthografische Mittel „Doppelte Darstellung des Konsonanten“:

Aussprachebedingung: Folgt einem Vokalbuchstaben nur ein einzelner Konsonantenbuchstabe, so wird der Vokal in der Regel lang gesprochen. Vor mehreren jedoch meist kurz.
So ergibt sich folgende Regel für das orthografische Mittel „Doppelte Darstellung des Konsonanten“:

§ 2

 

§ 2

 

Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchstabens.

Die Regel erfasst nicht Schreibungen, bei denen ein „einzelner Konsonant“ durch mehrere Buchstaben (nach § 22) dargestellt wird: ch, ng, sch werden ja nicht verdoppelt! Umgekehrt werden auch Wörter mit z nicht erfasst (obwohl in § 3 dieser Bezug vorausgesetzt wird), da es sich bei z laut § 22 (2) ja gar nicht um einen „einzelnen Konsonanten“ handelt, sondern um eine „Konsonantenverbindung“.
Die alleinige Beschränkung auf den „Wortstamm“ engt die Regel außerdem unnötig ein (siehe das im vorigen Absatz zu Fremdwörtern Gesagte: sie betrifft eben auch Affixe). Angemessen wäre eigentlich der Begriff „Morphem“.
Die vorgeschlagene Neuformulierung „die doppelte Darstellung des Konsonanten“ hätte den Vorteil, daß tz direkt aus dieser Regel herleitbar wäre (der dem Vokal folgende Konsonant, nämlich [t], wird doppelt dargestellt: nicht nur einmal als Bestandteil von z, sondern eben auch ein zweites Mal durch ein zusätzliches t).

Folgt auf einen betonten (silbischen) kurzen Vokal ein Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch die doppelte Darstellung des Konsonanten/Verdopplung des Konsonantenbuchstabens, wenn kein weiterer zum selben Stamm oder zum selben Affix/zum selben Wortbestandteil/zum selben Morphem gehörender Konsonantenbuchstabe folgt, oder es eine verwandte Form des Wortes gibt, in dem kein solcher folgt.

Ein einzelner Konsonantenbuchstabe wird doppelt dargestellt, wenn ihm ein betonter kurzer Vokal vorangeht.
Folgt im Wort(stamm oder Affix) auf einen betonten (silbischen) kurzen Vokal ein Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch die doppelte Darstellung des Konsonanten, wenn sonst kein weiterer Konsonantenbuchstabe folgt.

Das betrifft Wörter wie:

Ebbe; Paddel; schlaff, Affe; Egge; generell, Kontrolle; schlimm, immer; denn, wann, gönnen; Galopp, üppig; starr, knurren; Hass, dass (Konjunktion), bisschen, wessen, Prämisse; statt (≠ Stadt), Hütte, Manschette

 

 

 

§ 3

 

 

 

Für k und z gilt eine besondere Regelung:
(1) Statt kk schreibt man ck.
(2) Statt zz schreibt man tz.

 

Für k, ß und z ist dabei zu beachten:
(2) Statt ßß schreibt man ss.
((3) Statt zz schreibt man tz.)ergibt sich unmittelbar aus der Regel: zweimal wird nur der auf den Vokal unmittelbar folgende Konsonant. Da z die Konsonantenverbindung [ts] darstellt, wird nur das [t] ein zweites Mal dargestellt.
h, j, q, s, v, x

Für k, ß und z ist dabei zu beachten:

(2) Statt ßß schreibt man ss.

((3) Statt zz schreibt man tz.)ergibt sich unmittelbar aus der Regel: zweimal wird nur der auf den Vokal unmittelbar folgende Konsonant. Da z die Konsonantenverbindung [ts] darstellt, wird nur das [t] ein zweites Mal dargestellt.

h, j, q, s, v, x

Das betrifft Wörter wie:

Acker, locken, Reck; Katze, Matratze, Schutz

Ausnahmen: Fremdwörter wie Mokka, Sakko; Pizza, Razzia, Skizze

 

E2: Aber entsprechend § 2 als Ausnahme zu § 3:
wenn Vollvokal folgt (außer einheimische Suffixe)

wenn Vollvokal folgt (außer einheimische Suffixe)

E zu § 2 und § 3: Die Verdopplung des Buchstabens für den einzelnen Konsonanten bleibt üblicherweise in Wörtern, die sich aufeinander beziehen lassen, auch dann erhalten, wenn sich die Betonung ändert, zum Beispiel:
Galopp - galoppieren, Horror - horrend, Kontrolle - kontrollieren, Nummer - nummerieren, spinnen - Spinnerei, Stuck - Stuckatur, Stuckateur

 

 

 

 

 

Daraus ergeben sich orthografische Rahmenbedingungen:
Doppelte Konsonantenbuchstaben (inkl.
ck und tz) können/dürfen nur nach einfachem Kurzvokal stehen!
D. h., in allen anderen Fällen kann nur der entsprechende einfache Konsonantenbuchstabe stehen: am Wortanfang, nach Konsonant
(Ente, dunkel, ganz, Darß), nach Langvokal (Miene, Mieze, süß), nach unsilbischem Vokal (Halbvokal/Diphthong) (Reifen, reizen, reißen)!
Einzige Ausnahmen: 1) Eigennamen (Familien- und geografische)
(Leitz, Hertz, Lietzensee, Raiffeisen, Hauff, Weisser, Heuss, Janssen, Mecklenburg, Schwartzkopff, Bismarck, Kneipp, Württemberg). Bei Wörtern, die von solchen Eigennamen abgeleitet sind, bleibt diese Ausnahmeschreibung erhalten: Megahertz, Bismarckhering, Zinckenit, Wurtzit, kneippen; 2) bei Großschreibung von ß mithilfe von SS: GRÖSSE, HEISS, DARSS.

Daraus ergeben sich orthografische Rahmenbedingungen:
Doppelte Konsonantenbuchstaben (inkl.
ck und tz) können/dürfen nur nach einfachem Kurzvokal stehen!
D. h., in allen anderen Fällen kann nur der entsprechende einfache Konsonantenbuchstabe stehen: am Wortanfang, nach Konsonant
(Ente, dunkel, ganz, Darß), nach Langvokal (Miene, Mieze, süß), nach unsilbischem Vokal (Halbvokal/Diphthong) (Reifen, reizen, reißen)!
Einzige Ausnahmen: Eigennamen (Familien- und geografische)
(Leitz, Hertz, Lietzensee, Raiffeisen, Hauff, Weisser, Zeiss, Mecklenburg, Schwartzkopff, Bismarck, Kneipp, Württemberg). Bei Ableitungen bleibt diese Ausnahmeschreibung erhalten: Hertz, Bismarckhering, Zinckenit, Wurtzit, kneippen; bei Großschreibung von ß mithilfe von SS: GRÖSSE, HEISS, DARSS.

§ 4

 

 

 

 

 

 

 

In acht Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten nicht, obwohl dieser einem betonten kurzen Vokal folgt.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft

(1) eine Reihe einsilbiger Wörter (besonders aus dem Englischen), zum Beispiel:

Bus, Chip, fit, Gag, Grog, Jet, Job, Kap, Klub, Mob, Pop, Slip, top, Twen

E1: Ableitungen schreibt man entsprechend § 2 mit doppeltem Konsonantenbuchstaben:

jobben - du jobbst - er jobbt; jetten, poppig, Slipper; außerdem: die Busse (zu Bus)

(2) die fremdsprachigen Suffixe ik und it, die mit kurzem, aber auch mit langem Vokal gesprochen werden können, zum Beispiel:

Kritik, Politik; Kredit, Profit

(3) einige Wörter mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbständig vorkommen, zum Beispiel:

Brombeere, Damwild, Himbeere, Imbiss, Imker (aber Imme), Sperling, Walnuss; aber Bollwerk

(4) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel:

Ananas, April, City, Hotel, Kamera, Kapitel, Limit, Mini, Relief, Roboter

(5) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen d, st und t, zum Beispiel:

Brand (trotz brennen), Spindel (trotz spinnen); Geschwulst (trotz schwellen), Gespinst (trotz spinnen), Gunst (trotz gönnen); beschäftigen, Geschäft (trotz schaffen), (ins)gesamt, sämtlich (trotz zusammen)

(6) eine Reihe einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion, zum Beispiel:

ab, an, dran, bis, das (Artikel, Pronomen), des (aber dessen), in, drin (aber innen, drinnen), man, mit, ob, plus, um, was, wes (aber wessen)

E2: Aber entsprechend § 2:

dann, denn, wann, wenn; dass (Konjunktion)

(7) die folgenden Verbformen:

ich bin, er hat; aber nach der Grundregel (§ 2): er hatte, sie tritt, nimm!

(8) die folgenden Ausnahmen:

Drittel, Mittag, dennoch

An erster Stelle wäre es sinnvoller, die „regelhaften Abweichungen“ in einheimischen Wörtern zu nennen, und dann erst die „Ausnahmen“ in (meist Fremdwort-) Substantiven und Adjektiven!:
(6), (7), (5), (3), (8), dann (1) und (2) - und unter b schließlich (4) und (4a).

 

Dies betrifft

 

a) wenn kein Vokal folgt (im Wort- und Stammauslaut)

 

(1) als „regelhafte Abweichung“ eine Reihe vor allem einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion, sowie einsilbige Präfixe, zum Beispiel:
ab, an, dran, bis, das (Artikel, Pronomen), des (aber dessen), in, drin (aber innen, drinnen), man, mit, ob, plus, um, was, wes (aber wessen), es, hin, et-liche, weg; un-, ab-, ob-, sub-, ad-, kon-/kom-, syn-/sym-
[nach der alten Rechtschreibung und dem hier vorgeschlagenen Kompromiss gehören hierher auch daß und miß-!]

E2: Aber entsprechend § 2 als Ausnahme zu (1), vor allem wenn der Bezug zu einem Substantiv noch deutlich ist, zum Beispiel:
dann, denn, wann, wenn; [dass (Konjunktion); miss‑], all (wegen alle), jetzt, statt, rück-, zurück (zu Rücken), trotz (zu Trotz), zwecks (zu Zweck)

(2) die folgenden Verbformen:
(als „regelhafte Abweichung“ von Grundregel § 2 gehören im Sinne von (1) auch die Formen der Hilfsverben sein und haben:) ich bin, sie is-t, er hat;
(Ausnahmen sind dagegen:) verslum-t, versnob-t (vgl. u. 4);
aber nach der Grundregel (§ 2): er hatte (da zwischen Vokalen), du tritt-st, [sie tritt], nimm! ; ausgebuff-t

(3) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen d, ft (mit m/n-Wechsel), st und t, zum Beispiel:
Brand (trotz brennen), Spindel (trotz spinnen); Ankunft (trotz ankommen); Geschwulst (trotz schwellen), Gespinst (trotz spinnen), Gunst (trotz gönnen); beschäftigen, Geschäft (trotz schaffen), (ins)gesamt, sämtlich (trotz zusammen)

(4) einige Wörter mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbständig vorkommen, zum Beispiel:
Brombeere, Damwild, Himbeere, Imbiss, Imker (aber Imme), Sperling, Walnuss, Irland, Holland, etliche (vgl. o. 1), Wollust; aber Bollwerk

(5) die folgenden Ausnahmen:
[Drittel], Mit-tag (trotz Mitte), den-noch (trotz denn)

(6) eine Reihe von Fremdwörtern (besonders aus dem Englischen), selbst wenn es Ableitungen mit doppeltem Konsonantenbuchstaben gibt, zum Beispiel:
[Bus], Chip, fit, Gag, Grog, Jet, Job, Kap, Klub, Mob, [Pop], Slip, top, [Twen], chic (neben schick), Smog, Jak, Slum, Snob, Chef;
hierher gehören auch die eingeklammerten [Wörter] aus (4) (s. u.): April, Hotel (trotz Hotellerie!), Relief
(6a) ein besonderer Fall dieser Ausnahme sind „Abkürzungswörter“, Wörter, die aus Abkürzungen entstehen:
MAZ, taz, TÜV

(6b) eine Reihe von Wörtern (v.a. „Kurzwörtern“, verkürzte Wortformen), die von Wörtern abgeleitet sind, deren Silben ursprünglich unbetont sind, oder die mit Wörtern unter (8) o. a. verwandt sind:
Bus (zu Omnibus), Pop (zu populär[‑Musik]), Prof (zu Professor)

E1: Ableitungen schreibt man entsprechend § 2 mit doppeltem Konsonantenbuchstaben:
jobben - du jobbst - er jobbt; jetten, poppig, Slipper, Hotellerie; außerdem flektierte Formen, wenn ein Vokal folgt: die Busse (zu Bus), fitter (zu fit), schicke (zu chic/schick); die „tazzen“;
Aber auch dazu gibt es [leider nicht reformierte] Ausnahmen: verslumt, versnobt, Snobismus, ebenso die Beispiele Chefin, verslumen unter (8);
beachte auch: Kidnapping – gekidnappt – kidnappen, aber: Handikap – gehandikapt – handikapen

(7) die fremdsprachigen Suffixe ik und it, die standardsprachlich zwar mit langem, oft aber auch mit kurzem Vokal gesprochen werden, zum Beispiel:
Kritik, Politik; Kredit, Profit

 

b) zwischen Vokalen (in dieser Position generell als Ausnahme zu werten!):

 

(8) eine Reihe von Fremdwörtern (auch Vornamen), zum Beispiel:
[die eingeklammerten Wörter gehören zu (1) (s. o.)!]
Ananas, [April], City, [Hotel (trotz Hotellerie!)], Kamera, Kapitel, Limit, Mini, [Relief], Roboter, Grammatik, Pony, Comic, Clique, verslumen, Chefin, Mama, Papa, Januar (trotz Jänner!), Stefanie, Stefan, Schikoree [!]
[Es ist ein Unding, daß nicht wenigstens auch Mama und Papa zu Mamma und Pappa reformiert wurden: das sind in der Regel oft die ersten Wörter, die Kinder schreiben lernen. Kein Wunder wenn später die Grundregel § 2 nur schwer zu erlernen ist!!
Unverständlich ist auch, warum die integrierte Neuschreibung Schikoree nicht mit kk (oder ck) geschrieben wird, und es ist inkonsequent, daß sie – wenn man diese Form schon einführt – nicht wenigstens hier als Ausnahme aufgeführt wird.]

 

(8a) eine Reihe von Wortformen (v.a. „Kurzwörter“, verkürzte Wortformen), die von Wörtern abgeleitet sind, deren Silben ursprünglich unbetont sind, oder die mit Wörtern unter (8) o. a. verwandt sind:
Mini, Uni, Abi, Abo, Ini, Limo, Krimi, Trabi (neben Trabbi), Sigi (neben Siggi), Uli (neben Ulli)

E1a: Es besteht aber die Tendenz solche Wörter gemäß der Grundregel (§ 2) und dementsprechend analog zu (6 E1) anzupassen:
Nummer (trotz Numeralia), Ossi (trotz Ost), Wessi (trotz West), Steffi (trotz Stefanie), Steffen (trotz Stefan), Conny (trotz Cornelia oder Conrad), Willi (trotz Wilhelm), Assi (trotz
Astrid), Trabbi (trotz Trabant), Siggi (trotz Siegfried oder Sigrid), Ulli (trotz Ulrich)

a) wenn kein Vokal folgt

(6) als „regelhafte Abweichung“ eine Reihe vor allem einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion, sowie einsilbige Präfixe, zum Beispiel:
ab, an, dran, bis, das (Artikel, Pronomen), des (aber dessen), in, drin (aber innen, drinnen), man, mit, ob, plus, um, was, wes (aber wessen), es, hin, et-liche, weg; un-, ab-, ob-, sub-, ad-
[nach der alten Rechtschreibung gehörten hierher auch daß und miß-!]

E2: Aber entsprechend § 2 als Ausnahme zu (6), vor allem wenn der Bezug zu einem Substantiv noch deutlich ist, zum Beispiel:
dann, denn, wann, wenn; dass (Konjunktion); miss-, all (wegen alle), jetzt, statt, rück-, zurück (zu Rücken), trotz (zu Trotz), zwecks (zu Zweck)

(7) die folgenden Verbformen:
(als „regelhafte Abweichung“ von Grundregel § 2 gehören im Sinne von (6) auch die Formen der Hilfsverben sein und haben:) ich bin, sie is-t, er hat;
(Ausnahmen sind dagegen:) verslum-t, versnob-t (vgl. u. 4);
aber nach der Grundregel (§ 2): er hatte (da zwischen Vokalen), du tritt-st, [sie tritt], nimm! ; ausgebuff-t

(5) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen d, ft (mit m/n-Wechsel), st und t, zum Beispiel:
Brand (trotz brennen), Spindel (trotz spinnen); Ankunft (trotz ankommen); Geschwulst (trotz schwellen), Gespinst (trotz spinnen), Gunst (trotz gönnen); beschäftigen, Geschäft (trotz schaffen), (ins)gesamt, sämtlich (trotz zusammen)

(3) einige Wörter mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbständig vorkommen, zum Beispiel:
Brombeere, Damwild, Himbeere, Imbiss, Imker (aber Imme), Sperling, Walnuss, Irland, Holland, etliche (vgl. o. 6); aber Bollwerk

(8) die folgenden Ausnahmen:
[Drittel], Mittag, dennoch, Wollust

(1) eine Reihe vor allem einsilbiger Wörter (besonders aus dem Englischen), auch wenn es Ableitungen mit doppeltem Konsonantenbuchstaben gibt, zum Beispiel:
Bus, Chip, fit, Gag, Grog, Jet, Job, Kap, Klub, Mob, Pop, Slip, top, Twen, Jak, Slum, Snob, Chef;
hierher gehören auch die eingeklammerten [Wörter] aus (4) (s. u.): April, Hotel (trotz Hotellerie!), Relief

(1a) ein besonderer Fall dieser Ausnahme sind „Abkürzungswörter“, Wörter, die aus Abkürzungen entstehen:
MAZ, taz, TÜV

E1: Ableitungen schreibt man entsprechend § 2 mit doppeltem Konsonantenbuchstaben:
jobben - du jobbst - er jobbt; jetten, poppig, Slipper; die „tazzen“; außerdem: die Busse (zu Bus), fitter (zu fit);
[leider nicht reformierte] Ausnahmen: verslumen - verslumt, versnobt - Snobismus, Chefin
beachte auch: Kidnapping – gekidnappt, aber: Handikap – gehandikapt

(2) die fremdsprachigen Suffixe ik und it, die standardsprachlich zwar mit langem, oft aber auch mit kurzem Vokal gesprochen werden, zum Beispiel:
Kritik, Politik; Kredit, Profit

b) zwischen Vokalen (in dieser Position generell als Ausnahme zu werten!):

(4) eine Reihe von Fremdwörtern (auch Vornamen), zum Beispiel:
[die eingeklammerten Wörter gehören zu (1) (s. o.)!]
Ananas, [April], City, [Hotel (trotz Hotellerie!)], Kamera, Kapitel, Limit, Mini, [Relief], Roboter, Grammatik, Pony, Comic, Mama, Papa, Januar (trotz Jänner!), Stefanie, Stefan
[Es ist ein Unding, daß nicht wenigstens auch Mama und Papa zu Mamma und Pappa reformiert wurden: das sind in der Regel oft die ersten Wörter, die Kinder schreiben lernen. Kein Wunder wenn später die Grundregel § 2 nur schwer zu erlernen ist!!]

(4a) ein besonderer Fall dieser Ausnahme sind „Kurzwörter“, verkürzte Wortformen, deren Silben ursprünglich unbetont sind oder die von Wörtern unter (4) o. a. abgeleitet sind:
Mini, Uni, Abi, Abo, Ini, Limo, Krimi, Trabi (neben Trabbi), Sigi (neben Siggi), Uli (neben Ulli)

E1a: Es besteht aber die Tendenz solche Wörter der Grundregel (§ 2) anzupassen:
Nummer (trotz Numeralia), Ossi (trotz Ost), Wessi (trotz West), Steffi (trotz Stefanie), Steffen (trotz Stefan), Conny (trotz Cornelia oder Conrad), Willi (trotz Wilhelm), Assi (trotz Astrid), Trabbi (trotz Trabant), Siggi (trotz Siegfried oder Sigrid), Ulli (trotz Ulrich)

§ 5

 

 

 

 

 

 

 

In vier Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten, obwohl der vorausgehende kurze Vokal nicht betont ist.

 

(Anm.: bei sehr genauer Aussprache unterscheidet man auch kurze offene und halbkurze geschlossene Vokale in unbetonten Silben, meist entsprechend der Schreibung [Ausnahmen: z.B. Literatur]).

 

 

 

 

 

Dies betrifft

 

 

 

(1) das scharfe (stimmlose) s in Fremdwörtern, zum Beispiel:

Fassade, Karussell, Kassette, passieren, Rezession

 

(1) das scharfe (stimmlose) s [also ß] in Fremdwörtern zwischen Vokalen, zum Beispiel:

(1) das scharfe (stimmlose) s [also ß] in Fremdwörtern, zum Beispiel:

(2) die Suffixe in und nis sowie die Wortausgänge as, is, os und us, wenn in erweiterten Formen dem Konsonanten ein Vokal folgt, zum Beispiel:

in:    Ärztin - Ärztinnen, Königin - Königinnen               

nis:   Beschwernis - Beschwernisse, Kenntnis - Kenntnisse     

as:    Ananas - Ananasse, Ukas - Ukasse                        

is:    Iltis - Iltisse, Kürbis - Kürbisse                     

os:    Albatros - Albatrosse, Rhinozeros - Rhinozerosse       

us:    Diskus - Diskusse, Globus - Globusse                   

 

vgl. oben 6E1

Geheimnis – Geheimnisse - hineingeheimnissen - hineingeheimnisst

 Kirmes!

 Kirmes!

(3) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel:

Allee, Batterie, Billion, Buffet, Effekt, frappant, Grammatik, Kannibale, Karriere, kompromittieren, Konkurrenz, Konstellation, Lotterie, Porzellan, raffiniert, Renommee, skurril, Stanniol

E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon/con-, ob-, sub- und syn- ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes angeglichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illusion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie

 

(3) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel (vgl. auch o. E zu § 2 und § 3):

Allee, Batterie, Billion, Buffet, Effekt, frappant, Grammatik (zum Stamm -gramm-), Kannibale, Karriere, kompromittieren, Konkurrenz, Konstellation, Lotterie (zu Lotto), Porzellan, raffiniert, Renommee, skurril, Stanniol, Hotellerie, Kompass (zu Pass), Satellit; Sheriff

E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon/con-, ob-, sub- und syn- u.a. ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes angeglichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illusion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie

(3) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel (vgl. auch o. E zu § 2 und § 3):

Allee, Batterie, Billion, Buffet, Effekt, frappant, Grammatik (zum Stamm -gramm-), Kannibale, Karriere, kompromittieren, Konkurrenz, Konstellation, Lotterie (zu Lotto), Porzellan, raffiniert, Renommee, skurril, Stanniol, Kompass (zu Pass), Satellit; Sheriff

E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon/con-, ob-, sub- und syn- u.a. ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes angeglichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illusion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie

(4) wenige Wörter mit tz (siehe § 3(2)), zum Beispiel:

Kiebitz, Stieglitz

 

(4) wenige Wörter mit tz (siehe § 3(2)) (regelmäßig beim Wortausgang -itz), mit ck und andere Ausnahmen, zum Beispiel:

Kiebitz, Stieglitz, Mumpitz, Picknick, Kuckuck, Amboss, Elsass, Imbiss;
aber gemäß der Grundregel § 2: Wortausgang -ik wie in Hektik, Panik; Arrak, Anorak

(4) wenige Wörter mit tz (siehe § 3(2)) (regelmäßig beim Wortausgang -itz), mit ck und andere Ausnahmen, zum Beispiel:

Kiebitz, Stieglitz, Mumpitz, Picknick, Kuckuck, Amboss, Elsass, Imbiss;
aber gemäß der Grundregel § 2: Wortausgang -ik wie in Hektik, Panik; Arrak, Anorak

1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale

 

 

 

Folgt im Wortstamm auf einen betonten Vokal kein Konsonant, ist er lang. Die regelmäßige Kennzeichnung mit h hat auch die Aufgabe, die Silbenfuge zu markieren, zum Beispiel |he; vgl. § 6. Folgt nur ein Konsonant, so kann der Vokal kurz oder lang sein. Die Länge wird jedoch nur bei einheimischen Wörtern mit [i:] regelmäßig durch ie bezeichnet; vgl. § 1. Ansonsten erfolgt die Kennzeichnung nur ausnahmsweise:

a) in manchen Wörtern vor l, m, n, r mit h; vgl. § 8;

b) mit Doppelvokal aa, ee, oo; vgl. § 9;

c) mit ih, ieh; vgl. § 12.

Zum ß (statt s) nach langem Vokal und Diphthong siehe § 25.

 

 

 

§ 6

 

 

 

 

 

 

 

Wenn einem betonten einfachen langen Vokal ein unbetonter kurzer Vokal unmittelbar folgt oder in erweiterten Formen eines Wortes folgen kann, so steht nach dem Buchstaben für den langen Vokal stets der Buchstabe h.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft Wörter wie:

ah: nahen, bejahen (aber ja)eh: Darlehen, drehen

oh: drohen, Floh (wegen Flöhe)

uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe

äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen)

öh: Höhe (Ausnahme Bö, trotz Böe, Böen)

üh: früh (wegen früher)

 

ah: nahen, bejahen (aber ja) (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: sie taten, getan

uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: ich tue, Genugtuung, wohltuend)

äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen) (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: du tätest)

ah: nahen, bejahen (aber ja) (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: sie taten, getan

uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: ich tue, Genugtuung, wohltuend)

äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen) (regelhafte Abweichung: die Formen des Hilfsverbs tun: du tätest)

Zu ieh siehe § 12(2).

 

 

 

Zu See u. a. siehe § 9.

 

 

 

§ 7

 

 

 

 

 

 

 

Das h steht ausnahmsweise auch nach dem Diphthong [aI].

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

gedeihen, Geweih, leihen (≠ Laien), Reihe, Reiher, seihen, verzeihen, weihen, Weiher; aber sonst: Blei, drei, schreien

 

 

 

§ 8

 

 

 

 

 

 

 

Wenn einem betonten langen Vokal einer der Konsonanten [l], [m], [n] oder [r] folgt, so wird in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl der Wörter nach dem Buchstaben für den Vokal ein h eingefügt.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft

 

 

 

(1) Wörter, in denen auf [l], [m], [n] oder [r] kein weiterer Konsonant folgt, zum Beispiel:

ah: Dahlie, lahm, ahnen, Bahreeh: Befehl, benehmen, ablehnen, begehrenoh: hohl, Sohn, bohrenuh: Pfuhl, Ruhm, Huhn, Uhräh: ähneln, Ähreöh: Höhle, stöhnen, Möhreüh: fühlen, Bühne, führen

Zu ih siehe § 12(1).

 

 

 

(2) die folgenden Einzelfälle: ahnden, fahnden

 

 

 

E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Mahl Mal, mahlen malen, Sohle Sole; dehnen denen; Bahre Bar, wahr er war, lehren leeren, mehr Meer, Mohr Moor, Uhr Ur, währen sie wären

 

 

 

E2 zu § 6 bis 8: Das h bleibt auch bei Flexion, Stammveränderung und in Ableitungen erhalten, zum Beispiel: befehlen - befiehl - er befahl - befohlen, drehen - gedreht - Draht, empfehlen - empfiehl - er empfahl - empfohlen, gedeihen - es gedieh - gediehen, fliehen - er floh - geflohen, leihen - er lieh - geliehen, mähen - Mahd, nähen - Naht, nehmen - er nahm, sehen - er sieht - er sah - gesehen, stehlen - er stiehlt - er stahl - gestohlen, verzeihen - er verzieh - verziehen, weihen - geweiht - Weihnachten

Ausnahmen, zum Beispiel: Blüte, Blume (trotz blühen), Glut (trotz glühen), Nadel (trotz nähen)

 

 

 

E3: In Fremdwörtern steht bis auf wenige Ausnahmen wie Allah, Schah kein h.

 

 

 

 

 

 

 

§ 9

 

 

 

 

 

 

 

Die Länge von [a:], [e:] und [o:] kennzeichnet man in einer kleinen Gruppe von Wörtern durch die Verdopplung aa, ee bzw. oo.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft Wörter wie:

aa:  Aal, Aas, Haar, paar, Paar, Saal, Saat, Staat, Waage      

ee:  Beere, Beet, Fee, Klee, scheel, Schnee, See, Speer, Tee,  

     Teer;                                                     

     außerdem eine Reihe von Fremdwörtern mit ee im Wortaus-   

     gang wie: Armee, Idee, Kaffee, Klischee, Tournee,         

     Varietee                                                  

oo:  Boot, Moor, Moos, Zoo                                     

Zu die Feen, Seen siehe § 19.

 

 

 

E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Waage Wagen; Heer her, hehr; leeren lehren; Meer mehr; Reede Rede; Seele, seelisch selig; Moor Mohr

 

 

 

E2: Bei Umlaut schreibt man nur ä bzw. ö, zum Beispiel: Härchen - aber Haar; Pärchen - aber Paar; Säle - aber Saal; Bötchen - aber Boot

 

 

 

§ 10

 

 

 

 

 

 

 

Wenige einheimische Wörter und eingebürgerte Entlehnungen mit dem langen Vokal [i:] schreibt man ausnahmsweise mit i.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft Wörter wie:

 

 

 

dir, mir, wir; gib, du gibst, er gibt (aber ergiebig); Bibel, Biber, Brise, Fibel, Igel, Liter, Nische, Primel, Tiger, Wisent

 

 

 

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Lid Lied; Mine Miene; Stil Stiel; wider wieder

 

 

 

§ 11

 

 

 

 

 

 

 

Für langes [i:] schreibt man ie in den fremdsprachigen Suffixen und Wortausgängen ie, ier und ieren.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft Wörter wie:

 

 

 

Batterie, Lotterie; Manier, Scharnier; marschieren, probieren

 

 

 

Ausnahmen, zum Beispiel: Geysir, Saphir, Souvenir, Vampir, Wesir

 

 

 

§ 12

 

 

 

 

 

 

 

In Einzelfällen kennzeichnet man die Länge des Vokals [i:] zusätzlich mit dem Buchstaben h und schreibt ih oder ieh.

 

 

 

 

 

 

 

Im Einzelnen gilt:

 

 

 

(1) ih steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 8):

 

 

 

ihm, ihn, ihnen; ihr (Personal- und Possessivpronomen), außerdem Ihle

 

 

 

(2) ieh steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 6):

 

 

 

fliehen, Vieh, wiehern, ziehen

 

 

 

Zu ieh in Flexionsformen wie befiehl (zu befehlen) siehe § 8 E2.

 

 

 

1.4 Umlautschreibung bei [E]

 

 

 

§ 13

 

 

 

 

 

 

 

Für kurzes [E] schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie:

 

 

 

Bänder, Bändel (wegen Band); Hälse (wegen Hals); Kälte, kälter (wegen kalt); überschwänglich (wegen Überschwang)

 

 

 

E1: Man schreibt e oder ä in Schenke/Schänke (wegen ausschenken/Ausschank), aufwendig/aufwändig (wegen aufwenden/Aufwand).

 

 

 

E2: Für langes [e:] und langes [E:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel: quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, Ähre (≠ Ehre), Bär sind Ausnahmen.

 

 

 

§ 14

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise ä.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft Wörter wie:

 

 

 

ätzen, dämmern, Geländer, Lärm, März, Schärpe

 

 

 

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Äsche Esche; Färse Ferse; Lärche Lerche

 

 

 

§ 15

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise e.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Eltern (trotz alt); schwenken (trotz schwanken)

 

 

 

1.5 Umlautschreibung bei [OY]

 

 

 

§ 16

 

 

 

 

 

 

 

Für den Diphthong [OY] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie:

 

 

 

Häuser (wegen Haus), er läuft (wegen laufen), Mäuse, Mäuschen (wegen Maus); Gebäude (wegen Bau), Geräusch (wegen rauschen), sich schnäuzen (wegen Schnauze), verbläuen (wegen blau)

 

 

 

§ 17

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise äu.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Knäuel, Räude, sich räuspern, Säule, sich sträuben, täuschen

 

 

 

1.6 Ausnahmen beim Diphthong [aI]

 

 

 

§ 18

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [aI] ausnahmsweise ai.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Hai, Kaiser, Mai

 

 

 

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Bai bei; Laib Leib; Laich Leiche; Laie, Laien leihen; Saite Seite; Waise Weise, weisen

 

 

 

1.7 Besonderheiten beim e

 

 

 

§ 19

 

 

 

 

 

 

 

Folgen auf ee oder ie die Flexionsendungen oder Ableitungssuffixe e, en, er, es, ell, so lässt man ein e weg.

 

gilt auch für -al usw.

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

die Feen; die Ideen; die Mondseer, des Sees; die Knie, knien; die Fantasien; sie schrien, geschrien; ideell; industriell

 

 

 

§ 20

 

 

 

1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern

 

 

 

 

 

 

 

Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf. In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.

 

 

 

 

 

 

 

Dabei ist zu beachten, dass Kürze und Länge der Vokale von der Betonung abhängen. Vokale, die in betonten Silben lang sind, werden in unbetonten Silben kurz gesprochen, zum Beispiel Analyse mit langem Vokal [y:] - analysieren mit kurzem Vokal [y].

 

 

 

(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen

 

 

 

Laute Buchstaben Beispiele

 

 

 

 

 

 

 

[a], [a:]   u           Butler, Cup, Make-up, Slum              

 

 

 

            at          Eklat, Etat                             

 

 

 

 

 

 

 

[E], [E:]   a           Action, Camping, Fan, Gag               

 

 

 

            ai          Airbus, Chaiselongue, fair, Flair,      

 

 

 

                        Saison                                  

 

 

 

 

 

 

 

[e], [e:]   é           Abbé, Attaché, Lamé                     

 

 

 

            er          Atelier, Bankier, Premier               

 

 

 

            et          Budget, Couplet, Filet                   

 

 

 

            ai          Cocktail, Container                     

 

 

 

 

 

 

 

[i], [i:]   y           Baby, City, Lady, sexy                  

 

 

 

            ea          Beat, Dealer, Hearing, Jeans, Team      

 

 

 

            ee          Evergreen, Spleen, Teenager             

 

 

 

 

 

 

 

[o], [o:]   au          Chaussee, Chauvinismus                  

 

 

 

            eau         Niveau, Plateau, Tableau                

 

 

 

            ot          Depot, Trikot                           

 

 

 

 

 

 

 

[:]         eu          adieu, Milieu;                          

 

 

 

                        häufig in den Suffixen eur, euse:       

 

 

 

                        Ingenieur, Souffleuse                   

 

 

 

                                                                 

 

 

 

                                                                

 

 

 

 

 

 

 

Laute       Buchstaben  Beispiele                               

 

 

 

[U], [u],   oo          Boom, Swimmingpool                      

 

 

 

[u:]        ou          Journalist, Rouge, Route, souverän      

 

 

 

 

 

 

 

[Y],[y],    y           Analyse, Hymne, Physik, System, Typ;    

 

 

 

[y:]                    auch in den Präfixen dys (≠ dis-),       

 

 

 

                        hyper, hypo, syl, sym, syn:             

 

 

 

                        dysfunktional, hyperkorrekt,            

 

 

 

                        Hypozentrum, Syllogismus, Symbiose,     

 

 

 

                        synchron                                

 

 

 

 

 

 

 

[], []      an          Branche, Chance, Orange, Renaissance,   

 

 

 

                        Revanche                                

 

 

 

            ant         Avantgarde, Pendant, Restaurant          

 

 

 

            en          engagiert, Ensemble, Entree, Pendant,   

 

 

 

                        Rendezvous                              

 

 

 

            ent         Abonnement, Engagement                  

 

 

 

 

 

 

 

[], []      ain         Refrain, Souterrain, Terrain            

 

 

 

            eint        Teint                                   

 

 

 

            in          Bulletin, Dessin, Mannequin             

 

 

 

 

 

 

 

[], [:]     on          Annonce, Chanson, Pardon                

 

 

 

 

 

 

 

[], [:]     um          Parfum                                  

 

 

 

 

 

 

 

[aU]        ou          Couch, Countdown, Foul, Sound           

 

 

 

            ow          Clown, Countdown, Cowboy, Power(play)   

 

 

 

 

 

 

 

[aI]        i           Lifetime, Pipeline                      

 

 

 

            igh         Copyright, high, Starfighter            

 

 

 

            y           Nylon, Recycling                        

 

 

 

 

 

 

 

[OY]        oy          Boy, Boykott                            

 

 

 

 

 

 

 

[oa]        oi          Memoiren, Repertoire, Reservoir,        

 

 

 

                        Toilette                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(2) Doppelschreibungen

 

 

 

Im Prozess der Integration entlehnter Wörter können fremdsprachige und integrierte Schreibung nebeneinander stehen. (Zu Haupt- und Nebenform siehe das Wörterverzeichnis.)

 

 

 

 

 

 

 

Laute        Buchstaben Beispiele                               

 

 

 

 

 

 

 

[E], [E:]    ai - ä     Drainage - Dränage, Mayonnaise -        

 

 

 

                        Majonäse,                               

 

 

 

                        Mohair - Mohär, Polonaise - Polonäse    

 

 

 

 

 

 

 

[e], [e:]    é - ee     Bouclé - Buklee, Doublé - Dublee,       

 

 

 

                        Exposé - Exposee                         

 

 

 

                        Café - Kaffee (mit                      

 

 

 

                        Bedeutungsdifferenzierung),             

 

 

 

                        Kommuniqué - Kommunikee, Varieté -      

 

 

 

                        Varietee                                

 

 

 

 

 

 

 

[o], [o:]    au - o     Sauce - Soße                            

 

 

 

 

 

 

 

[U], [u],    ou - u     Bravour - Bravur, Bouquet - Buket(t),   

 

 

 

[u:]                    Doublé - Dublee, Coupon - Kupon, Nougat 

 

 

 

                        - Nugat                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

§ 21

 

 

 

 

 

 

 

Fremdwörter aus dem Englischen, die auf y enden und im Englischen den Plural ies haben, erhalten im Plural ein s.

 

Genitiv!

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Baby - Babys, Lady - Ladys, Party - Partys

 

 

 

E: Bei Zitatwörtern gilt die englische Schreibung, zum Beispiel:

 

 

 

Grand Old Ladies.

 

 

 

2 Konsonanten

 

 

 

2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen

 

 

 

§ 22

 

 

 

 

 

 

 

Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.

 

 

 

 

 

 

 

Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden Abschnitten behandelt.

 

 

 

(1) Einfache Konsonanten

Laute            Buchstaben   Beispiele                          

[b]        b           backen, Baum, Obolus, Parabel            

[ç], [x]   ch          ich, Bücher, lynchen; ach, Rauch         

[d]        d           danken, Druck, leiden, Mansarde          

[f]        f           fertig, Falke, Hafen, Fusion             

[g]        g           gehen, Gas, sägen, Organ, Eleganz        

[h]        h           hinterher, Haus, Hektik, Ahorn, vehement 

[j]        j           ja, Jagd, Boje, Objekt                   

[k]        k           Kiste, Haken, Flanke, Majuskel, Konkurs  

[l]        l           laufen, Laut, Schale, lamentieren        

[m]        m           machen, Mund, Lampe, Maximum             

[n]        n           nur, Nagel, Ton, Natur, nuklear          

[]         ng          Gang, Länge, singen, Zange               

[p]        p           packen, Paste, Raupe, Problem            

[r], [R],  r           rauben, Rampe, hören, Zitrone            

[]                                                              

[s]        s           skurril, Skandal, Hast, hopsen           

[z]        s           sagen, Seife, lesen, Laser               

[S]        sch         scharf, Schaufel, rauschen               

[t]        t           tragen, Tür, fort, Optimum               

[v]        w           wann, Wagen, Möwe                        

                                                                

                                                                

                                                                

 

 

 

(2) Konsonantenverbindungen (innerhalb des Stammes)             

                                                                

Laute      Buchstaben  Beispiele                                

[kv]       qu          quälen, Quelle, liquid, Qualität          

[ks]       x           xylographisch, Xenophobie, boxen,        

                       toxisch                                  

[ts]       z           zart, Zaum, tanzen, speziell, Zenit      

 

 

 

 

 

 

 

2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang ig

 

 

 

§ 23

 

 

 

 

 

 

 

Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonanten [b], [d], [g], [v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.

 

 

 

 

 

 

 

E1: Bei vielen Wörtern kann die Schreibung aus der Aussprache erweiterter Formen oder verwandter Wörter abgeleitet werden, in denen der betreffende Konsonant am Silbenanfang steht, zum Beispiel:

 

 

 

 

 

 

 

Konsonant am Silbenende usw.    Konsonant am Silbenanfang       

 

 

 

 

 

 

 

Lob, löblich, du lobst          Lobes, belobigen (aber Isotop  

 

 

 

                                - Isotope)                     

 

 

 

 

 

 

 

trüb, trübselig, eingetrübt     trübe, eintrüben (aber Typ -   

 

 

 

                                Typen)                         

 

 

 

 

 

 

 

Rad, Radumfang                  Rades, rädern (aber Rat -      

 

 

 

                                Rates)                         

 

 

 

 

 

 

 

absurd                          absurde, Absurdität (aber Gurt 

 

 

 

                                - Gurte)                       

 

 

 

 

 

 

 

Sieg, siegreich, er siegt       siegen (aber Musik -           

 

 

 

                                musikalisch)                   

 

 

 

 

 

 

 

Trug, er betrog, Betrug         betrügen (aber Spuk - spuken)  

 

 

 

 

 

 

 

gläubig                         gläubige (aber Plastik -       

 

 

 

                                Plastiken)                     

 

 

 

 

 

 

 

Möwchen                         Möwe (aber Öfchen - Ofen)      

 

 

 

 

 

 

 

naiv, Naivling, Naivheit        Naive, Naivität (aber er rief  

 

 

 

                                - rufen)                       

 

 

 

 

 

 

 

Preis, preislich, preiswert     Preise (aber Fleiß - fleißig)  

 

 

 

 

 

 

 

Haus, häuslich, behaust         Häuser (aber Strauß - Sträuße) 

 

 

 

                                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E 2: Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweiterung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotzdem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis - Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Jugend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich (Rede), Reis (Reisig), Reis (= Korn; Reise fachsprachlich = Reissorten; aber Grieß), ihr seid (≠ seit), sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)

 

aus

 

§ 24

 

 

 

 

 

 

 

Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich (wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig

 

 

 

E: In einigen Sprachlandschaften wird ig mit [k] gesprochen; dann gilt § 23.

 

 

 

2.3 Besonderheiten bei [s]

 

 

 

§ 25

 

 

 

 

 

 

 

Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.

dreißig; boßle, Geißler – Wortstamm?
unbetont/betont?

Rätsel

Für das scharfe (stimmlose) [s] schreibt man ß, wenn nicht innerhalb eines Wortbestandteils ein weiterer Konsonant folgt oder ein stimmloser Konsonant vorangeht, oder es eine verwandte Form des Wortes gibt, in dem kein solcher folgt.
Ausnahme: -sel???

Für das scharfe (stimmlose) [s] schreibt man ß, wenn (nicht innerhalb eines Wortbestandteils) ein weiterer Konsonant folgt oder ein stimmloser Konsonant vorangeht, oder es eine verwandte Form des Wortes gibt, in dem kein solcher folgt.
Ausnahme: -sel???

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Maß, Straße, Grieß, Spieß, groß, grüßen; außen, außer, draußen, Strauß, beißen, Fleiß, heißen

 

 

 

Ausnahme: aus

warum diese Ausnahme nicht angerührt, jedoch daß und miß-?

Ausnahme: aus (entspr. oben E2)

 

Zur Schreibung von [s] in Wörtern mit Auslautverhärtung wie Haus, graziös, Maus, Preis siehe § 23.

 

 

 

E1: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibung ß mit ss. Beispiele:

warum nicht auch bei anderen Konsonanten erwähnt?

 

E1: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor einem einzelnen Konsonanten – gemäß §2 und §3 wechselt die Schreibung einfacher Konsonantenbuchstabe mit doppelt dargestelltem Konsonanten (z.B. treffen –trifft – trafen – traf – träfe); entsprechend wechselt bei [s] auch die Schreibung ß mit ss.

 

fließen - er floss - Fluss - das Floß

 

essen –isst – aßen – aß – äße

 

genießen - er genoss - Genuss

 

 

 

wissen - er weiß - er wusste

 

 

 

E2: Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz kann man immer ss schreiben. Beispiel: Straße - Strasse

 

 

 

E3: Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS, zum Beispiel:

 

 

 

Straße - STRASSE

 

 

 

 

 

Kompromissvorschlag:

Gemäß §4 unterbleibt in Funktionswörtern und Präfixen oft die doppelte Darstellung eines einzelnen Konsonanten im Auslaut. Daher kann in solchen Fällen auch ß (neben s) anstelle von ss nach kurzem Vokal stehen:
daß, miß-

 

§ 26

 

 

 

 

 

 

 

Folgt auf das s, ss, ß, x oder z eines Verb- oder Adjektivstammes die Endung st der 2. Person Singular bzw. die Endung -st(e) des Superlativs, so lässt man das s der Endung weg.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

du reist (zu reisen), du hasst (zu hassen), du reißt (zu reißen), du mixt (zu mixen), du sitzt (zu sitzen); (groß - größer -) größte

 

 

 

2.4 Besonderheiten bei [S]

 

 

 

§ 27

 

 

 

 

 

 

 

Für den Laut [S] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt man s statt sch.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

spielen, verspotten; starren, Stelle, Stunde

 

 

 

2.5 Besonderheiten bei []

 

 

 

§ 28

 

 

 

 

 

 

 

Für den Laut [] vor [k] oder [g] im Wortstamm schreibt man n statt ng.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Bank, dünken, Enkel, Schranke, trinken; Mangan, Singular

 

 

 

2.6 Besonderheiten bei [f] und [v]

 

 

 

§ 29

 

 

 

 

 

 

 

Für den Laut [f] schreibt man v statt f in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger weiterer Wörter.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Vater, Veilchen, Vettel, Vetter, Vieh, viel, vielleicht, vier, Vlies, Vogel, Vogt, Volk, voll (aber füllen), von, vor, vordere, vorn

 

 

 

Dazu kommen Frevel, Nerv (Nerven).

 

 

 

§ 30

 

 

 

 

 

 

 

Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürgerten Entlehnungen v statt w.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

privat, Revolution, Universität, Virus, zivil, Malve, Vase; Suffix bzw. Endung iv, ive: Aktivität, die Detektive, Motivation; Initiative, Perspektive

 

 

 

E: Bei einigen Wörtern schwankt die Aussprache von v zwischen [v] und [f] wie bei Initiative, Larve, Pulver, evangelisch, Vers, Vesper, November, brave.

 

 

 

2.7 Besonderheiten bei [ks]

 

 

 

§ 31

 

 

 

 

 

 

 

Für die Lautverbindung [ks] schreibt man in einigen Wortstämmen ausnahmsweise chs bzw. ks statt x.

 

 

 

 

 

 

 

Das betrifft Wörter wie:

 

 

 

Achse, Achsel, Büchse, Dachs, drechseln, Echse, Flachs, Fuchs, Lachs, Luchs, Ochse, sechs, Wachs, wachsen, Wechsel, Weichsel(kirsche), wichsen

 

 

 

Keks, schlaksig

 

 

 

E: Die bei Flexion und in Ableitungen entstehende Lautverbindung [ks] wird je nach dem zugrunde liegenden Wort gs, ks oder cks geschrieben, zum Beispiel: du hegst (wegen hegen), du hinkst (wegen hinken), Streiks (wegen Streik), Häcksel (wegen hacken)

 

 

 

2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern

 

 

 

§ 32

 

 

 

 

 

 

 

Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf.

 

 

 

 

 

 

 

In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.

 

 

 

(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen

 

 

 

(1.1) Einfache Konsonanten

 

 

 

 

 

 

 

Laute           Buchstaben   Beispiele                          

 

 

 

 

 

 

 

[f]        ph          Atmosphäre, Metapher, Philosophie,       

 

 

 

                       Physik                                   

 

 

 

 

 

 

 

[k]        c           Clown, Container, Crew                   

 

 

 

           ch          Chaos, Charakter, Chlor, christlich      

 

 

 

           qu          Mannequin, Queue                          

 

 

 

 

 

 

 

[r]        rh          Rhapsodie, Rhesusfaktor                  

 

 

 

           rt          Dessert, Kuvert, Ressort                 

 

 

 

 

 

 

 

[s]        c, ce       Annonce, Chance, City, Renaissance,      

 

 

 

                       Service                                  

 

 

 

 

 

 

 

[S]        ch          Champignon, Chance, charmant, Chef       

 

 

 

           sh          Geisha, Sheriff, Shop, Shorts            

 

 

 

 

 

 

 

[Z]        g           Genie, Ingenieur, Loge, Passagier,       

 

 

 

                       Regime;                                  

 

 

 

           j           auch im Suffix age: Blamage, Garage      

 

 

 

                       Jalousie, Jargon, jonglieren, Journalist 

 

 

 

 

 

 

 

[t]        th          Ethos, Mathematik, Theater, These        

 

 

 

 

 

 

 

[v]        v           Virus, zivil (vgl. § 30)                 

 

 

 

 

 

 

 

(1.2) Konsonantenverbindungen                                   

 

 

 

Laute          Buchstaben    Beispiele                          

 

 

 

 

 

 

 

[dZ]       g           Gentleman, Gin, Manager, Teenager        

 

 

 

           j           Jazz, Jeans, Jeep, Job, Pyjama           

 

 

 

 

 

 

 

[lj] /     ll          Billard, Bouillon, brillant, Guerilla,   

 

 

 

[j]                    Medaille, Pavillon, Taille               

 

 

 

 

 

 

 

[nj]       gn          Champagner, Kampagne, Lasagne            

 

 

 

 

 

 

 

[ts]       c           Aceton, Celsius, Cellophan               

 

 

 

           t (vor [i]  sehr häufig im Suffix tion; außerdem     

 

 

 

           + Vokal)    häufig in Fällen wie tie, tiell, tiös:   

 

 

 

                       Funktion, Nation, Produktion; Aktie,     

 

 

 

                       partiell, infektiös                      

 

 

 

 

 

 

 

Laute      Buchstaben  Beispiele                                 

 

 

 

[tS]       c           Cello, Cembalo                           

 

 

 

           ch          Chip, Coach, Ranch                       

 

 

 

           ge, dge     College, Bridge                          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(2) Doppelschreibungen

 

 

 

Im Prozess der Integration entlehnter Wörter können fremdsprachige und integrierte Schreibung nebeneinander stehen. (Zu Haupt- und Nebenformen siehe das Wörterverzeichnis.)

 

 

 

 

 

 

 

Laute      Buchstaben  Beispiele                                 

 

 

 

 

 

 

 

[f]        ph - f      photo - foto,                            

 

 

 

                        zum Beispiel Photographie - Fotografie  

 

 

 

                       graph - graf,                            

 

 

 

                        zum Beispiel Graphik - Grafik           

 

 

 

                       phon - fon,                              

 

 

 

                        zum Beispiel Mikrophon - Mikrofon       

 

 

 

                       Delphin - Delfin,                        

 

 

 

                       phantastisch - fantastisch               

 

 

 

 

 

 

 

[g]        gh - g      Ghetto - Getto, Joghurt - Jogurt,        

 

 

 

                       Spaghetti - Spagetti                     

 

 

 

 

 

 

 

[j]        y - j       Yacht - Jacht, Yoga - Joga,              

 

 

 

                       Mayonnaise - Majonäse                    

 

 

 

 

 

 

 

[k]        c - k       Calcit - Kalzit, Caritas - Karitas,      

 

 

 

                       Code - Kode, codieren - kodieren, circa  

 

 

 

           qu - k      - zirka                                  

 

 

 

                       Bouquet - Buket(t), Kommuniqué -         

 

 

 

                       Kommunikee                               

 

 

 

 

 

 

 

[r]        rh - r      Katarrh - Katarr, Myrrhe - Myrre         

 

 

 

 

 

 

 

[s]        c - ss, ß   Facette - Fassette, Necessaire -         

 

 

 

                       Nessessär,                               

 

 

 

                       Sauce - Soße                             

 

 

 

 

 

 

 

[S]        ch - sch    Anchovis - Anschovis, Chicorée -         

 

 

 

                       Schikoree,                               

 

 

 

                       Sketch - Sketsch                         

 

 

 

 

 

 

 

[t]        th - t      Kathode - Katode,                         

 

 

 

                       Panther - Panter, Thunfisch - Tunfisch   

 

 

 

 

 

 

 

[ts]       c - z       Acetat - Azetat, Calcit - Kalzit,        

 

 

 

                       Penicillin - Penizillin, circa - zirka   

 

 

 

           t - z       pretiös - preziös, Pretiosen -           

 

 

 

           (vor [i]    Preziosen;                               

 

 

 

           + Vokal)    potentiell - potenziell (wegen Potenz),  

 

 

 

                       substantiell - substanziell (wegen       

 

 

 

                       Substanz)                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B Getrennt- und Zusammenschreibung

 

 

 

0 Vorbemerkungen

 

 

 

(1) Die Getrennt- und Zusammenschreibung betrifft die Schreibung von Wörtern, die im Text unmittelbar benachbart und aufeinander bezogen sind. Handelt es sich um die Bestandteile von Wortgruppen, so schreibt man sie voneinander getrennt. Handelt es sich um die Bestandteile von Zusammensetzungen, so schreibt man sie zusammen. Manchmal können dieselben Bestandteile sowohl eine Wortgruppe als auch eine Zusammensetzung bilden. Die Verwendung als Wortgruppe oder als Zusammensetzung kann dabei von der Aussageabsicht des Schreibenden abhängen.

 

 

 

(2) Bei der Regelung der Getrennt- und Zusammenschreibung wird davon ausgegangen, dass die getrennte Schreibung der Wörter der Normalfall und daher allein die Zusammenschreibung regelungsbedürftig ist.

 

 

 

(3) Soweit dies möglich ist, werden zu den Regeln formale Kriterien aufgeführt, mit deren Hilfe sich entscheiden lässt, ob man im betreffenden Fall getrennt oder ob man zusammenschreibt. So wird zum Beispiel stets zusammengeschrieben, wenn der erste oder der zweite Bestandteil in dieser Form als selbständiges Wort nicht vorkommt (wie bei wissbegierig, zuinnerst). So wird zum Beispiel stets getrennt geschrieben, wenn der erste oder der zweite Bestandteil erweitert ist (wie bei viele Kilometer weit, aber kilometerweit; irgend so ein, aber irgendein).

 

 

 

(4) Bei den verschiedenen Wortarten sind - auch in Abhängigkeit von sprachlichen Entwicklungsprozessen - spezielle Bedingungen zu beachten. Daher ist die folgende Darstellung nach der Wortart der Zusammensetzung gegliedert:

 

 

 

1 Verb (§ 33 bis § 35)

 

 

 

2 Adjektiv und Partizip (§ 36)

 

 

 

3 Substantiv (§ 37 bis § 38)

 

 

 

4 Andere Wortarten (§ 39)

 

 

 

1 Verb

 

 

 

Zusätzlich zu der generellen Einteilung in Wortgruppen (wie in die Ferne sehen) und Zusammensetzungen (wie fernsehen) sind bei Verben zu unterscheiden:

 

 

 

a) untrennbare Zusammensetzungen wie maßregeln, langweilen

 

 

 

Untrennbare Zusammensetzungen erkennt man daran, dass die Reihenfolge der Bestandteile stets unverändert bleibt.

 

 

 

maß + regeln: Wer jemanden maßregelt … Man maßregelte ihn. Niemand wagte, ihn zu maßregeln. Er wurde offiziell gemaßregelt.

 

 

 

Siehe im Einzelnen § 33.

 

 

 

b) trennbare Zusammensetzungen wie hinzukommen, fehlgehen, bereithalten, wundernehmen

 

 

 

Trennbare Zusammensetzungen erkennt man daran, dass die Reihenfolge der Bestandteile in Abhängigkeit von ihrer Stellung im Satz wechselt.

 

 

 

hinzu + kommen: Wenn dieses Argument hinzukommt … Dieses Argument scheint hinzuzukommen. Dieses Argument ist hinzugekommen.

 

 

 

Dieses Argument kommt hinzu. Dieses Argument kommt erschwerend hinzu.

 

 

 

Siehe im Einzelnen § 34.

 

 

 

§ 33

 

 

 

 

 

 

 

Substantive, Adjektive oder Partikeln können mit Verben untrennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie stets zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

Dies betrifft

 

 

 

(1) Zusammensetzungen aus Substantiv + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

brandmarken (gebrandmarkt, zu brandmarken), handhaben, lobpreisen, maßregeln, nachtwandeln, schlafwandeln, schlussfolgern, wehklagen, wetteifern

 

 

 

E1: In einzelnen Fällen stehen Zusammensetzung und Wortgruppe nebeneinander, zum Beispiel:

 

 

 

danksagen (er danksagt) oder Dank sagen (er sagt Dank); gewährleisten (sie gewährleistet) oder Gewähr leisten (sie leistet Gewähr)

 

 

 

E2: Eine Reihe untrennbarer Zusammensetzungen wird fast nur im Infinitiv oder substantivisch, in Einzelfällen auch im Partizip I und im Partizip II gebraucht, zum Beispiel:

 

 

 

bauchreden, bergsteigen, bruchlanden, bruchrechnen, brustschwimmen, kopfrechnen, notlanden, punktschweißen, sandstrahlen, schutzimpfen, segelfliegen, seiltanzen, seitenschwimmen, sonnenbaden, wettlaufen, wettrennen, zwangsräumen

 

 

 

(2) Zusammensetzungen aus Adjektiv + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

frohlocken (frohlockt, zu frohlocken), langweilen, liebäugeln, liebkosen, vollbringen, vollenden, weissagen

 

 

 

(3) Zusammensetzungen mit den Partikeln durch, hinter, über, um, unter, wider, wieder + Verb (mit Ton auf dem zweiten Bestandteil), zum Beispiel:

 

 

 

durchbrechen (er durchbricht die Regel, zu durchbrechen), hintergehen, übersetzen (er übersetzt das Buch), umfahren, unterstellen, widersprechen, wiederholen

 

 

 

§ 34

 

 

 

 

 

 

 

Partikeln, Adjektive oder Substantive können mit Verben trennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie nur im Infinitiv, im Partizip I und im Partizip II sowie im Nebensatz bei Endstellung des Verbs zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

Zu Verbindungen mit dem Verb sein siehe § 35.

 

 

 

Dies betrifft

 

 

 

(1) Zusammensetzungen aus Partikel + Verb mit den folgenden ersten Bestandteilen:

 

 

 

ab (Beispiele: abändern, abbauen, abbeißen, abbestellen, abbiegen), an, auf, aus, bei, beisammen, da, dabei, dafür, dagegen, daher, dahin, daneben, dar, d(a)ran, d(a)rein, da(r)nieder-, darum, davon, dawider, dazu, dazwischen, drauf, drauflos, drin, durch, ein, einher, empor, entgegen, entlang, entzwei, fort, gegen, gegenüber, her, herab, heran, herauf, heraus, herbei, herein, hernieder, herüber, herum, herunter, hervor, herzu, hin, hinab, hinan, hinauf, hinaus, hindurch, hinein, hintan, hintenüber, hinterher, hinüber, hinunter, hinweg, hinzu, inne, los, mit, nach, nieder, über, überein, um, umher, umhin, unter, vor, voran, vorauf, voraus, vorbei, vorher, vorüber, vorweg, weg, weiter, wider, wieder, zu, zurecht, zurück, zusammen, zuvor, zuwider, zwischen

 

 

 

Auch: auf- und abspringen, ein- und ausführen, hin und hergehen usw.

 

 

 

E1: Aber als Wortgruppe: dabei (bei der genannten Tätigkeit) sitzen, daher (aus dem genannten Grund) kommen, wieder (erneut, nochmals) gewinnen, zusammen (gemeinsam) spielen usw.

 

 

 

E2: Zu den trennbaren Zusammensetzungen gehören auch Zusammensetzungen mit haben und werden wie: innehaben, vorhaben, voraushaben; innewerden. Zu Verbindungen mit dem Verb sein siehe § 35.

 

 

 

(2) Zusammensetzungen aus Adverb oder Adjektiv + Verb, bei denen

 

 

 

(2.1) der erste, einfache Bestandteil in dieser Form als selbständiges Wort nicht vorkommt, zum Beispiel:

 

 

 

fehlgehen, fehlschlagen, feilbieten, kundgeben, kundtun, weismachen

 

 

 

(2.2) der erste Bestandteil in dieser Verbindung weder erweiterbar noch steigerbar ist, wobei die Negation nicht nicht als Erweiterung gilt, zum Beispiel:

 

 

 

bereithalten, bloßstellen, fernsehen, festsetzen (= bestimmen), freisprechen (= für nicht schuldig erklären), gutschreiben (= anrechnen), hochrechnen, schwarzarbeiten, totschlagen, wahrsagen (= prophe-zeien)

 

 

 

Zu Zweifelsfällen siehe § 34 E3.

 

 

 

(3) Zusammensetzungen aus (teilweise auch verblasstem) Substantiv + Verb mit den folgenden ersten Bestandteilen:

 

 

 

 

 

 

 

heim      zum Beispiel: heimbringen, heimfahren, heimführen,   

 

 

 

          heimgehen, heimkehren, heimleuchten, heimreisen,     

 

 

 

          heimsuchen, heimzahlen                               

 

 

 

 

 

 

 

irre      irreführen, irreleiten; außerdem: irrewerden         

 

 

 

 

 

 

 

preis     preisgeben                                           

 

 

 

 

 

 

 

stand     standhalten                                          

 

 

 

 

 

 

 

statt     stattfinden, stattgeben, statthaben                  

 

 

 

 

 

 

 

teil      teilhaben, teilnehmen                                

 

 

 

 

 

 

 

wett      wettmachen                                           

 

 

 

 

 

 

 

wunder    wundernehmen                                          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E3: In den Fällen, die nicht durch § 34(1) bis (3) geregelt sind, schreibt man getrennt. Siehe auch § 34 E4.

 

 

 

Dies betrifft

 

 

 

(1) Partikel, Adverb, Adjektiv oder Substantiv + Verb in finiter Form am Satzanfang, zum Beispiel:

 

 

 

Hinzu kommt, dass …

 

 

 

Fehl ging er in der Annahme, dass …

 

 

 

Bereit hält er sich für den Fall, dass …

 

 

 

Wunder nimmt nur, dass …

 

 

 

(2) (zusammengesetztes) Adverb + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

abhanden kommen, anheim fallen (geben, stellen), beiseite legen (stellen, schieben), fürlieb nehmen, überhand nehmen, vonstatten gehen, vorlieb nehmen, zugute halten (kommen, tun), zunichte machen, zupass kommen, zustatten kommen, zuteil werden

 

 

 

Zu Fällen wie zu Hilfe (kommen) siehe § 39 E2(2.1); zu Fällen wie infrage (stellen)/in Frage (stellen) siehe § 39 E3(1).

 

 

 

aneinander denken (grenzen, legen), aufeinander achten (hören, stapeln), auseinander gehen (laufen, setzen), beieinander bleiben (sein, stehen), durcheinander bringen (reden, sein)

 

 

 

auswendig lernen, barfuß laufen, daheim bleiben; auch: allein stehen, (sich) quer stellen

 

 

 

abseits stehen, diesseits/jenseits liegen; abwärts gehen, aufwärts streben, rückwärts fallen, seitwärts treten, vorwärts blicken

 

 

 

(3) Adjektiv + Verb, wenn das Adjektiv in dieser Verbindung erweiterbar oder steigerbar ist, wenigstens durch sehr oder ganz, zum Beispiel:

 

 

 

bekannt machen (etwas noch bekannter machen, etwas ganz bekannt machen), fern liegen (ferner liegen, sehr fern liegen), fest halten, frei sprechen (= ohne Manuskript sprechen), genau nehmen, gut gehen, gut schreiben (= lesbar, verständlich schreiben), hell strahlen, kurz treten, langsam arbeiten, laut reden, leicht fallen, locker sitzen, nahe bringen, sauber schreiben, schlecht gehen, schnell laufen, schwer nehmen, zufrieden stellen

 

 

 

Fälle, in denen der erste Bestandteil eine Ableitung auf ig, isch, lich ist, zum Beispiel:

 

 

 

lästig fallen, übrig bleiben; kritisch denken, spöttisch reden; freundlich grüßen, gründlich säubern

 

 

 

(4) Partizip + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

gefangen nehmen (halten), geschenkt bekommen, getrennt schreiben, verloren gehen

 

 

 

(5) Substantiv + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

Angst haben, Auto fahren, Diät halten, Eis laufen, Feuer fangen, Fuß fassen, Kopf stehen, Leid tun, Maß halten, Not leiden, Not tun, Pleite gehen, Posten stehen, Rad fahren, Rat suchen, Schlange stehen, Schuld tragen, Ski laufen, Walzer tanzen

 

 

 

(6) Verb (Infinitiv) + Verb, zum Beispiel:

 

 

 

kennen lernen, liegen lassen, sitzen bleiben, spazieren gehen

 

 

 

E4: Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppe aus Adjektiv + Verb zwischen § 34(2.2) und § 34 E3(3) keine klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen, so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe oder als Zusammensetzung verstanden wissen will.

 

 

 

Zu den Wortgruppen mit einem Partizip als letztem Bestandteil wie abhanden gekommen, sitzen geblieben siehe § 36 E1(1).

 

 

 

Zu den Substantivierungen wie das Abhandenkommen, das Autofahren, das Sitzenbleiben siehe § 37(2).

 

 

 

§ 35

 

 

 

 

 

 

 

Verbindungen mit sein gelten nicht als Zusammensetzung. Dementsprechend schreibt man stets getrennt.

 

 

 

 

 

 

 

Beispiele:

 

 

 

außerstande sein (auch: außer Stande sein; § 39 E3(1)), beisammen sein (wenn sie beisammen sind), da sein, fertig sein, inne sein, los sein, pleite sein (siehe auch § 56(1)), vonnöten sein, vorbei sein, vorhanden sein, vorüber sein, zufrieden sein, zuhanden sein, zumute sein (auch: zu Mute sein; § 39 E3(1)), zurück sein, zusammen sein

 

 

 

2 Adjektiv und Partizip

 

 

 

Für Partizipien gelten dieselben Regeln wie für Adjektive; zu diesen werden hier auch die Kardinal und die Ordinalzahlen gerechnet.

 

 

 

Bei den Adjektiven/Partizipien sind zu unterscheiden

 

 

 

(1) Zusammensetzungen wie: angsterfüllt, altersschwach, schwerstbehindert, wehklagend, blaugrau, bitterböse, dreizehn, siebzehnte

 

 

 

(2) Wortgruppen wie: abhanden gekommen, Rat suchend, sitzen geblie